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Mag. Christoph Schlick bei seinen letzten Vorbereitungen zu seinem interessanten Vortrag.
Ausgezeichneter Besuch war auch dem 3. Abend der Fastenaktion 2005 gegönnt.
Fachdiskussion nach dem Vortrag (von links): DDr. Peter Hofrichter, Pfarrer Mag. Wolfgang Del-Negro und Mag. Christoph Schlick.
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Die Unruhe des Herzens
Können wir Menschen schon auf Erden die Sehnsucht des Versprechens Jesu nach einem "Leben in Fülle" erreichen? Beim 3. Abend der Fastenaktion gab es Ansätze zu einer Antwort.
Die Lehren von Viktor E. Frankl, der heuer 100 Jahre alt geworden wäre, bildeten den roten Faden im Vortrag des Grazer Logotherapeuten Georg Schlick, der seit 3 Jahren in Salzburg arbeitet.
Und gleich zu Beginn ersparte er den Besuchern eine erste Enttäuschung nicht: Die Frage nach dem "Sinn des Lebens" kann pauschal und global nicht beantwortet werden. Auf die Antworten müssen wir Menschen selbst darauf kommen, die Antwort ist ein verpacktes Geschenk, das wir Schicht für Schicht "auspapierln" dürfen.
Neben der Ebene der einen Medizin, die sich auf die Anatomie des Menschen beschränkt und die Ebene der Psychotherapie, die sich mit dem Gemüt, den Trieben beschäftigt, gibt es nich eine dritte Dimension, die uns Menschen von den Tieren und der Pflanzenwelt ganz wesentlich unterscheidet: Die Dimension des Geistes. Im Gegensatz zu den beiden ersten Dimensionen ist jene des Geistes einzigartig, lebt ewig und kann nicht verloren gehen. Und eben diese Dimension ist es, die den Menschen antreibt, um den Sinn in seinem Leben zu suchen.
Diese Sinnsuche ist eine Unruhe des Herzens, die uns ständig fragen lässt, ob wir diese Erfüllung nach einem "Leben in Fülle", wie sie uns Jesus versprochen hat, schon zu Lebzeiten finden können. Die Sinnsuche Jesu vertröstet nicht in die Zukunft, die Frage nach dem "Zukunft geben" ist so letztlich gefährlich; es gilt das Leben zu wagen, damit wir uns nicht in die Zukunft flüchten.
Wir Menschen haben von Haus aus die Fähigkeit zu erkennen, was jetzt für uns gut ist; dies ist nicht moralisierend gemeint, sondern ein Hinweis auf die geistige Ebene, die wir hier "gebrauchen" können.
Die zwei Arten von Sinn
Da gibt es zum Einen den "Übersinn", der steht über meinem Leben, der steht dafür, dass das Leben als solches Sinn hat, dass Vertrauen und Liebe Sinn haben. Das "Leben" in dieser Sicht ist als Angebot an uns Menschen zu verstehen, nicht als Gebot und Verbot. Zur Verwirklichung benötigt der Übersinn eine geeignete Umgebung.
Und dann gibt es auch den "Situationssinn", der besagt, dass ich es ganz konkret in jeder Situation in der Hand habe, mein Leben zu verwirklichen. Dieser Sinn muss aber gefunden werden, es ist nicht möglich, ihn zu befehlen. Für jeden kleinen Schritt in unserem Leben sind wir letztlich uns selbst verantwortlich.
Und zum Schluss: Leben und Freude sind Ziele, die uns schon im Leben verheissen sind; jetzt, und nicht in irgendwann in unserem Leben.
Autor / Quelle: mitgeschrieben von Helmut Meisl
Beitrag online bis 31.12.2005 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (28.2.05 - 08.03.05 - ) / 1022 / 399
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