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Viel Fingerspitzengefühl verlangen die Grabungen in der Pfarrkirche.
Teile eines gotischen Bogens.
Ein freigelegtes Grab aus der Barockzeit.
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Mit Pinsel und Staubsauger
Die Arbeiten in der Halleiner Stadtpfarrkirche erfordern hohe Konzentration, stundenlange gebückte Haltung, sowie zeitweise das Tragen einer Atemmaske gegen giftige Schimmelpilze.
Die Arbeiten in den ersten Wochen haben sich auf den rechten vorderen Teil der Kirche konzentriert.
Zuerst wurden von den Steinmetzen die Steinplatten und eine dort befindliche Grabplatte abgehoben und abtransportiert.
Sodann wurde von den Archäologen der Boden untersucht und abgetragen. Die Bilder zeigen, mit welcher Sorgfalt und Genauigkeit diese Arbeiten durchgeführt werden: Mit Pinseln und mit Hilfe eines Staubsaugers werden Steinchen, Sand und Schotter entfernt, um herauszufinden, was sich im Untergrund der Kirche verbirgt. Die Arbeiten erfordern hohe Konzentration, stundenlange gebückte Haltung oder gar auf dem Bauch liegend, sowie das Tragen einer Atemmaske gegen giftige Schimmelpilze.
Die Studenten des Grabungsteams finden ihre Arbeit jedoch „toll“: Auf die Frage, ob das nicht langweilig und ermüdend sei, meinen sie, es sei der Traum jedes Archäologen, eine Grabung durchführen zu können, wo man wirklich jede Menge Funde aus Holz, Steinen und die Überreste von hier Bestatteten findet.
Bei den derzeit herrschenden hohen Sommertemperaturen ist der Arbeitsplatz in der Kirche aber immerhin angenehm und kühl.
Bei den archäologischen Grabungen im rechten, vorderen Teil der Kirche wurden bereits in geringer Tiefe die Überreste von hier Begrabenen gefunden, sowie Gewölbe-Reste der gotischen Kirche. Die aufgefundenen Knochen werden sorgfältig freigelegt und untersucht. Sie stammen wohl aus dem Friedhof, der die ursprünglich ja kleinere Kirche umgeben hat, und befinden sich jetzt im Inneren, weil die neue Kirche später eine größere Grundfläche eingenommen hat.
Gefunden wurden darüber hinaus Teile aus der frühren gotischen Kirche; ob diese zu den bereits früher gefundenen und beim Turmeingang wieder verbauten Teilen passen, muss noch geprüft werden.
Ein Grab aus der Barockzeit wurde freigelegt. Es gibt in der Kirche noch mehrere mit Grabplatten verschlossene Gräber, und die Inschriften zeigen, dass es damals (MDCCC…) Brauch war, Pfarrer und Dechanten in der Kirche zu begraben.
Wie geht es mit den Arbeiten weiter? Vom Bundes-Denkmalamt wurde festgelegt, dass einige Quadratmeter Bodenplatten probeweise verlegt werden sollen, um die Arbeit begutachten und genehmigen zu können. Die Steinmetzen sind daher derzeit am Zuge, um diese geforderte Arbeit durchzuführen.
Autor / Quelle: Wilfried Kaaser, Pastoralassistent
Beitrag online bis 31.12.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (30.7.05 - 31.08.05 - ) / 1149 / 434
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