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 © Helmut Meisl

 Unsere Pfarrkirche
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Architekt Adlhart, Dr. Kurt Zeller und Dechant Johann Schreilechner bei der Baubesprechung Anfang August 2005


Die verlegte "Probefläche" bestehend aus alten und neuen Marmorplatten fand die Zustimmung der Fachleute


Die kleine Probefläche lässt erahnen, welche Arbeit allein auf die Bodeneger noch zukommt

Grünes Licht für Bodensanierung

Nach dem Abheben der restlichen Bodenplatten kann mit der eigentlichen Bodensanierung in der Stadtpfarrkirche begonnen werden.

Zur Baubesprechung am 5. August 2005 versammelten sich viele Experten in der Kirche, um die weiteren Schritte der Kirchenrenovierung abzustimmen. Anwesend waren Architekt Adlhart, Hofrat Dr. Gobiet (Bundesdenkmalamt), Dr. Hartlieb (Pfarrkirchenrat), Bmstr. Steinlechner (Bauamt der Erzdiözese), Erich Reichl (Restaurator), Mag. Zeller (Keltenmuseum) und Pfarrer Schreilechner (Stadtpfarre).

Mag. Zeller berichtet, dass die archäologischen Grabungen im vorderen Teil der Kirche bald beendet werden können: Es wurden die Grundmauern und Fußböden der gotischen und romanischen Vorgänger-Kirchen gefunden und freigelegt. Auch fanden sich Stein-Reste der gotischen Bögen. Geklärt werden soll noch, ob sich im vorderen Teil der Kirche die Reste einer Apsis finden lassen (d. i. der nischenartige Vorbau vor dem Langhaus einer Kirche). Weiters wurde ein Grab mit einem Sarg aus der Barockzeit freigelegt; diese Funde werden noch weitergehend untersucht. Da die Grabungen kaum tiefer als 1 m reichen, konnte nicht festgestellt werden, ob sich unter den Kirchenbauten Reste einer vorherigen Besiedlung bis vielleicht zurück in die prähistorische Zeit befinden. Es wird jedenfalls nichts zerstört, nur wieder zugedeckt, wenn der neue Fußboden aufgebaut wird. Es bestehen keine Einwände, dass nun die restlichen Bodenplatten abgehoben und abtransportiert werden, und dass der Boden statt in Handarbeit durch Archäologen nun von einem Kleinbagger abgetragen wird. Die Archäologen übernehmen hiebei die Funktion einer Baubegleitung.

Übereinstimmung wird auch über die Art und Weise der Restaurierung der Bodenplatten durch Erich Reichl erzielt.

Sanierung des Bodens kann beginnen
Durch viele Jahre hat man sich an den Zustand des Fußbodens in unserer Kirche gewöhnt: Viele Platten sind schwer beschädigt, einige notdürftig repariert, große Flächen sind durch Beton ersetzt. Der Zerfall hat sich seit einer Reparaturmaßnahme beschleunigt, als die Fugen durch eine Zementmischung verstrichen wurden, wodurch aber die Feuchtigkeit aus dem Untergrund nicht mehr entweichen konnte und die Platten zerstört hat. Die Renovierung des Marmorbodens bildet nun einen Schwerpunkt der Arbeiten in der Kirche.

Steinmetzmeister und Restaurator Erich Reichl haben den Auftrag übernommen.

Eine Probe-Fläche an Platten wurde in der Kirche verlegt, um die Art der Restaurierung beurteilen zu können. Hier sind einige gut erhaltene Platten, einige renovierte und einige neu angefertigte verlegt worden. Vom Standpunkt des Denkmalschutzes sind die Art der Restaurierung und die Neuverlegung von Interesse: Eine Restaurierung sollte durchaus sichtbar bleiben und nicht den Eindruck makelloser Neuheit erwecken. Umgekehrt werden die neuen Platten in einer Weise angefertigt, dass sie sich an die alten anpassen und nicht hervorstechen. Bei der Wiederverlegung sollten die Platten soweit möglich wieder an ihren angestammten Ort kommen, kleinere Abweichungen können aber akzeptiert werden, wenn es handwerklich nötig ist. „Man sollte nicht päpstlicher sein, als der Papst“ meint dazu Hofrat Dr. Gobiet vom Bundesdenkmalamt, sichtlich angetan von der Professionalität von Restaurator Reichl. Jede Platte wird mit einer Nummer versehen, begutachtet, in einen Plan eingetragen und kann so wieder auf ihren Platz verlegt werden.

Es gibt „grünes Licht“ für den weiteren Fortgang der Arbeiten: In den nächsten Wochen werden die noch bestehenden Platten abgehoben, abtransportiert und in der Firma bearbeitet. Dann wird der Boden ausgegraben und neu aufgebaut.





Autor / Quelle: Wilfried Kaaser, Pastoralassistent

Beitrag online bis 31.12.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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