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Sozialreferent Landesrat Walter Blachfellner
"Die psychosoziale Betreuung von Kindern und Jugendlichen weist ein starkes Stadt-Land-Gefälle auf, das heißt, dass wir immer mehr ‚Problemkinder und Jugendliche‘ auch im ländlichen Bereich haben. Auch die Stadtgemeinde Hallein ist mit zunehmenden sozialen Problemen von Jugendlichen konfrontiert. Deshalb war es mir so wichtig, dass das Projekt Streetwork in Hallein realisiert werden kann."





Startschuss für Streetworkprojekt in Hallein gefallen

Problembelasteten Jugendlichen wird durch Streetworker Hilfestellung bei der Lösung ihrer Probleme geboten

Streetwork wendet sich an Jugendliche, die in der Gesellschaft als störend, ausgegrenzt oder von Ausgrenzung bedroht erlebt werden. Die Arbeit orientiert sich an den Problemen, die diesen Jugendlichen durch das Ausleben ihrer Lebensentwürfe entstehen. „Streetwork erweist sich aber nicht erst dann als sinnvoll, wenn sich destruktive Lebenskonzepte bei den Jugendlichen bereits verfestigt haben, sondern hat ihre besonderen Aufgaben auch im Bereich der Prävention", betonte Landesrat Blachfellner.

Streetworker gehen an die Orte, an denen sich die „gefährdeten" Jugendlichen ihre Welt und ihre Beziehungen schaffen. Landesrat Blachfellner: „Dadurch entsteht der Kontakt und damit die Basis, auf der Beratungs-, Begleitungs- und Unterstützungsangebote wirksam werden können. Die Streetworker arbeiten auf den Ebenen Sozialberatung, Hilfen zur existenziellen Grundversorgung, Krisenintervention, berufsbezogene Beratung, Freizeitpädagogik, Vermittlung bei Ämtern, Polizei, Bewohnern/innen und Anrainern/innen, Vernetzung mit Einrichtungen der Sozialarbeit und Schulen, Mitarbeit in Planungsprozessen, Öffentlichkeitsarbeit, Kontaktarbeit und Beziehungsarbeit im Milieu, erklärte Blachfellner. Die ständige Pflege des Beziehungsnetzes mit der Zielgruppe sowie die eigentliche Präventions-, Betreuungs- und Unterstützungstätigkeit bilden die wesentlichen Säulen der Arbeit, so Blachfellner weiter.

In Hallein setzt sich das Streetwork-Team aus zwei Sozialarbeitern zusammen, die nicht nur fachliche Betreuung für Jugendliche, sondern gemeinsam mit den Betroffenen Ausstiegsszenarien aus Suchterkrankungen bieten. „Das Pilotprojekt ist vorerst für die Dauer von zwei Jahren geplant. Die Treffsicherheit und Wirksamkeit der neuen Einrichtung wird durch eine anschließende Evaluierung erhoben. Wenn diese positive Ergebnisse bringt bzw. sich dieses Projekt bewährt hat und die Gelder vorhanden sind, werden wir das Streetwork-Projekt in Hallein dauerhaft etablieren", erläuterte Blachfellner.

Hohe sozialpolitische Bedeutung des Projekts

Gesamtgesellschaftliche Phänomene, wie die zunehmende Entsolidarisierung und Individualisierung, führen zu Defiziten im Bereich der Erziehung. Jugendliche subkulturelle Erscheinungsformen, wie das vermehrte Auftreten gewaltbereiter und chaotischer Jugendgruppen mit destruktiver Selbstkonzeption seien eine sozialpolitische Herausforderung, zumal mit dem bestehenden Instrumentarien an sozialpädagogischen und therapeutischen Modellen keine Zugänge zu diesen Jugendlichen und Jugendgruppen gefunden und daher nicht wirkungsvoll interveniert werden könne", wies Blachfellner auf die Wichtigkeit von Streetwork hin.

Kosten und Finanzierung des Projekts

Die jährlichen Kosten werden sich auf cirka 94.470 Euro belaufen. Die einmaligen Kosten werden rund 26.800 Euro ausmachen. „Die Gemeinde Hallein hat eine finanzielle Beteiligung am Pilotprojekt von rund 29.000 Euro in Form einer Pauschalleistung in Aussicht gestellt. Die übrigen Kosten werden vom Land übernommen. Von der Caritas wurde zugesagt, dass bei den Einmalinvestitionen die Bereitschaft besteht, Eigenbeiträge, etwa zur Adaptierung der Räumlichkeiten oder Ausstattung, einzubringen", so Blachfellner abschließend.





Autor / Quelle: Landeskorrespondenz Salzburg

Beitrag online bis 30.5.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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