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Es wird noch etwas sein Das erste und allerwichtigste, was Jesus in diesem Gleichnis erzählt, wird leider immer wieder vergessen vor lauter Trubel und Geschäftigkeiten im Alltag: es gibt ein Himmelreich. Es gibt ein Reich, das nicht von dieser Welt ist und auch nicht von uns gemacht wird. Das Leben hat seinen Sinn nicht in sich selbst. Da ist noch etwas. Da wird noch etwas sein.
Was bleibt, ist das Gericht. Es wird eine Bewertung des Lebens sein, jedes Lebens; und Gott wird der Richter sein. Das Gericht wird sein, und keiner weiß, wann es sein wird. Aber warum es sein wird, das können alle wissen. Das Gericht wird sein, weil zu viele so leben, als gäbe es niemals ein Gericht.
– mb –
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9. Oktober 2005 - 28. Sonntag im Jahreskreis
Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.
Trotz Ochsen, Mastvieh und Hochzeitsfest bleibt das Gleichnis des Matthäus doch düster und bedrückend – und bedenklich wegen seines Potenzials, antijüdischen Gesinnungen ein scheinbar biblisches Fundament zu liefern: Die ursprünglichen Gäste („das jüdische Volk“) waren die Einladung nicht wert; ihre Stadt wird in Schutt und Asche gelegt. Spielt Matthäus damit auf die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 durch die Römer an und interpretiert er das traumatische Ereignis als göttliche Strafe für die Ablehnung Jesu? Eine beunruhigende Vermutung!
Und dann wird auch noch einer von den neuen Gästen hinausgeschmissen, weil er ohne Hochzeitsgewand gekommen ist. Obwohl sich damit die düstere Grundstimmung durchhält, eröffnet uns diese stumme Figur mit wichtigen Fragen doch noch einen Zugang zum Gleichnis: Wie gehe ich um mit der Einladung zum Hochzeitsfest, mit der Einladung zum Glauben? Weckt sie in mir die Freude, die notwendig ist, damit man sich um ein Hochzeitsgewand kümmert und sich der Alltag „draußen auf den Straßen“ zu einem Fest wandelt? Lasse ich es zu, dass diese Einladung etwas mit mir macht und mich mit anderen zusammenführt? Dabei geht es nicht darum, eine Schar von Vorzeige-Christen zu werden – „Gute und Böse füllten den Festsaal“. Es geht darum zu verstehen und anzunehmen, dass wir Geladene sind und einen Grund zum Feiern haben, den uns niemand nehmen kann.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Hans Reithofer
Beitrag online bis 6.11.2005 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (6.10.05 - 13.10.05 - ) / 1202 / 198
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