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Abschied nehmen ist nicht leicht.
Warum fällt mir, fällt uns im Allgemeinen, Abschied nehmen so schwer?
Ich frage mich, da ich inzwischen beim 3. Versuch angelangt bin meine Gedanken zu Papier zu bringen, warum fällt mir, fällt uns im Allgemeinen Abschied nehmen so schwer?
Vielleicht weil uns die Übung darin fehlt? Weil wir die Möglichkeiten uns darin zu üben oft nicht zulassen und wahrnehmen?
Bei Verena Kast habe ich den Gedanken des „abschiedlich-leben-lernens“ gefunden. Diesem Gedanken bin ich das erste Mal beim Schreiben meiner Diplomarbeit begegnet und habe ihm ein eigenes, wohlgemerkt theoretisches, Kapitel gewidmet. Jetzt nach neun Jahren in Hallein, bin ich vom Leben gefordert, dies auch praktisch zu üben.
Abschied nehmen heißt wahrnehmen was war Unweigerlich wird mein letzter Tag in Hallein kommen. Mit erstem Dezember werde ich eine neue Stelle als Mesner in der Pfarre Mariahilf in Innsbruck antreten. (Die näheren Hintergründe dazu hat PA Wilfried Kaaser in einem eigenen Bericht zusammengefasst.)
Je näher das Ende meiner Zeit hier in Hallein heranrückt, desto mehr erinnere ich mich wieder an Begebenheiten und Situationen des Anfangs. Es scheint mir wie ein Bogen zu sein, der das Ende wieder mit dem Anfang verbindet. Unweigerlich taucht dabei die Frage auf. “Was war dazwischen?“
Vieles! Aus dem Fremden wurde nach und nach Vertrautes. Kontakte entstanden und ich lernte die unterschiedlichsten Menschen kennen. Ich erinnere mich an Begegnungen die sich - oft spontan - ereignet, aber auch an manche Begegnung die sich nicht ereignen konnte.
Was bleibt? Abschiede haben immer etwas unausweichlich Endgültiges Ich glaube aber trotzdem, dass das was zwischen uns Menschen Gestalt angenommen hat und gestaltet wurde (im gemeinsamen Miteinander) auch das ist, was den jeweiligen konkreten, schmerzlichen Abschied überdauern wird.
Unter den vielen Erfahrungen meiner „Halleiner Zeit“ ist jene kostbare, dass es hier immer wieder gelang Orte der Begegnung, oft mitten im alltäglichen Geschehen, zu schaffen. Orte der Begegnung vom Du zum Du, Orte der Begegnung als Gemeinde und Orte des Begegnens mit dem Göttlichen.
Autor / Quelle: Armin Rauter (Mesner)
Beitrag online bis 31.7.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (22.10.05 - 30.11.05 - ) / 1216 / 224
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