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Dass wir manche Lasten nicht tragen, ist nicht verwerflich, aber dass wir den Kleinen, den Gequälten ihre Lasten nicht abnehmen oder es wenigstens versuchen, ist unser Versäumnis.
Was soll man von denen denken, die niemals Mitleid kannten, die unfähig sind, Tränen zu vergießen, und die sich dabei nicht einmal für gottlos halten?
Leon Bloy
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30. Oktober 2005 - 31. Sonntag im Jahreskreis
Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.
Es ist eine regelrechte Abfuhr, die Jesus den Pharisäern erteilt. Was für ein schäbiges Verhalten; Wasser predigen und selbst Wein trinken. Ruhm und Ehre einstecken, ohne sich wirklich mit Ruhm zu bekleckern. Und was ist die Konsequenz, die Jesus daraus ableitet? Verjagt diese scheinheiligen Brüder? Setzt sie ab? Überhaupt nicht. Er stellt Forderungen an diejenigen, die sich über sie empören. „Hört, was sie zu sagen haben, aber richtet euch ja nicht nach ihrem Verhalten!“ Heißt das nicht wieder, dass man die da oben gewähren lässt und die da unten sich an Recht und Ordnung zu halten haben?
Ich glaube, dass Jesus sich deutlich gegen eine heute noch verbreitete Unsitte stellt: man schimpft über die anderen, um dann das eigene Verhalten damit zu rechtfertigen: „Wenn die Großen sich so schäbig verhalten, dann darf ich das auch.“ Endlich kann ich mir Vorteile erschleichen, denn: „Die anderen machen es doch genauso!“ Dagegen sagt Jesus: Was die anderen tun, ist nicht entscheidend für dein Handeln. Gib die Verantwortung für deine Entscheidungen nicht ab, nur weil andere dir ein schlechtes Vorbild geben. Wer mit Tricks bequem nach oben kommen will, verliert sich selbst. Wer Zivilcourage zeigt und sich nach dem richtet, was er für richtig erkannt hat, wird wirklich groß sein.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Klaus Metzger Beck
Beitrag online bis 28.11.2005 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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