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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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So leben und bewegen wir uns wie Blinde, nicht wissend, wohin wir gehen, halten Schlechtes für gut und Gutes für schlecht, schweben in völliger Ungewissheit.
Marie de Rabuthin-Chantal



4. Fastensonntag 2002

Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich

Sie forschen in den Schriften und studieren die Propheten. Sie berechnen, wann der Messias kommt und wie er sich zu verhalten hat. Sie meinen Bescheid zu wissen, über die Wege Gottes, aber sie erkennen ihn nicht. Ein einfacher Mann, der blind ist und somit weder lesen noch die Schriften studieren kann, er sieht mehr in Jesus, er erkennt den Gott unter uns. Und er bringt es fertig, sich gegen die Schlauen und Schriftgelehrten durchzusetzen und seine Überzeugung, dass er in Jesus Gott begegnet ist, zu vertreten. Wir lernen daraus zweierlei: Erstens: Auch wir werden Gott nicht begegnen, wenn wir nur die Schrift studieren und meinen, wir könnten durch Theologie und Kirchenrecht Gottes Pläne berechnen, seine Heilstaten erzwingen. Zweitens: Wir brauchen auch keine Schrift-Gelehrten zu sein, wir können Gott auch heute noch jeden Tag begegnen, wenn wir ihm unsere Sorgen und Anliegen erzählen, wenn wir uns ihm anvertrauen und wenn wir uns von ihm berühren und heilen lassen. Glaube ist keine Frage des Wissens, sondern der lebendigen Begegnung mit dem Gott mitten unter uns.




Autor / Quelle: Klaus Metzger-Beck

Beitrag online bis 14.3.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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