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Brother Augustine
Dank an Roman Anlanger
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Claudia Dum und Helena Wieser
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Hilfe ist angekommen
Vor kurzem hatte Hallein Besuch aus Indien. Br. Augustine vom indischen Schulorden „Brothers of the Sacred Heart of Jesus“ war im Pfarrzentrum Hallein-Neualm zu Gast.
Der Pater berichtete über die Lage der Christen in Indien, die Halleiner Schule in Vadipatty, das Diakonprojekt von Hallein Neualm und über die Verwendung der von Hallein für die indischen Tsunamiopfer übermittelten Gelder.
Br. Augustine führte unter anderem aus, dass das Christentum in Indien ja nicht neu sei, sondern auf den Apostel Thomas zurück gehe, der in Indien als Märtyrer gestorben sei. Die Kolonialzeit brachte eine zweite Missioniserungswelle, die das Christentum in Südindien fest verankerte. Heute nehmen vor allem die Dalits, das sind Unberührbare, Kastenlose das Christentum mit Freude an, um, wie sie hoffen, aus den Fängen des Kastenwesens zu entkommen. Durch starke Missionierungsbestrebungen unabhängiger, nicht römisch katholischer Glaubensgemeinschaften wird das Christentum jedoch zum Teil als Feind des Hinduismus angesehen. Dies fördert den Rechtsextremismus und Aktivitäten gegen das Christentum, speziell im Norden Indiens. 2004 gab es eine Änderung in der indischen Regierung. Die Fundamentalisten wurden durch die Kongresspartei abgelöst. Während der Regierungszeit der Fundamentalisten wurde Stimmung gegen das Christentum gemacht und es gab etliche Zwischenfälle in denen Christen gefoltert und eingeschüchtert wurden. Jetzt fühlen sich die Minoritäten, zu denen auch die Christen zählen wieder sicherer, auch wenn es noch einige, wenige Staaten gibt, in denen weiterhin Politik gegen die Minderheiten gemacht wird.
Unberührbare Ein anderes brennendes Problem, dem sich das Christentum gegenüber sieht, ist das Problem der Dalits, der Unberührbaren. Unglücklicherweise bleibt die Diskriminierung der Dalits fallweise auch in der Kirche bestehen, wo sie um Anerkennung kämpfen müssen. Wenn die Dalits zum Christentum übertreten, verlieren sie gewisse in in der indischen Verfassung festgeschriebene Rechte, wie Recht auf Arbeit, spezielle Schulbildung usw. Diese Rechte werden den Dalits aberkannt, wenn sie zum Christentum übertreten. Wenn die Dalits nun auch noch um einen festen Platz im Christentum kämpfen müssen, so sind sie doppelt verwundbar.
Erfolgsgeschichte aus Hallein Die Entwicklung der von Hallein in Südindien in Vadipatty gebauten Schule bezeichnete Br. Augustine als eine Erfolgsgeschichte. Vor mehr als 10 Jahren besaß der Orden ein Stück Land im Dorf Vadipatty, das „nur“ 16.000 Einwohner hat. Bei einem der Besuche von Roman Anlanger aus Hallein, wurde die Idee einer Schule für Vadipatty geboren. Mit Hilfe der Finanzierung durch den Arbeitskreis „Wir in der Einen Welt der Pfarre Hallein“ konnte die Schule in mehreren Etappen errichtet werden. In Indien selbst musste der Orden zahlreiche Schwierigkeiten überwinden und sogar vor Gericht gehen, damit die Schule anerkannt und die Lehrergehälter bezahlt wurden. Zu Beginn wurde in strohgedeckten Hütten unterrichtet, heute hat die Grund- und Hauptschule zusammen über 800 Schüler, davon die Hälfte Mädchen. Die Schule wurde als die beste des Distriktes ausgezeichnet und es ist verständlich, dass die Eltern ihre Kinder, die zum geringsten Anteil Christen sind, in diese Schule senden wollen.
Neue Probleme Nun sieht sich die Schule einem neuen Problem gegenüber. Die Regierung verlangt, dass für die Grundschule ein eigenes Gebäude errichtet wird, da ansonsten keine Lehrergehälter bezahlt werden. Auch wenn Hallein nicht die gesamten Kosten für diesen Schulneubau wird tragen können, so ist man hier doch optimistisch doch einen wesentlichen Beitrag mit Hilfe der Halleiner leisten zu können.
Mit Hilfe des Diakon-Projektes aus Neualm konnten in einem anderen Teil Indiens, in Andrah Pradesh, in einem sehr entlegenen, unterentwickeltem Stammesgebiet 5 Abendschulen (Hütten) errichtet werden. Das Ziel ist vor allem, dass Kindern, Jugendlichen in einem Gebiet wo es zum Teil keine Schulen gibt, oder durch Kinderarbeit der Schulbesuch nicht möglich war, eine Grundausbildung gegeben wird.
Tsunamihilfe Sofort nach der Tsunamikatastrophe begann der Orden mit Hilfsmaßnahmen an der indischen Ostküste. Hierbei wurde vor allem Dörfer berücksichtigt, die durch die Regierung nicht erfasst wurden. Br. Augustine bedankte sich in diesem Zusammenhang für die Hilfe des Arbeitskreises „Wir in der Einen Welt“ der Pfarre Hallein“. Zunächst ging es darum, die Toten zu bestatten und die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen.In weiterer Folge wurden mit den von Hallein erhaltenen Mitteln von € 6.600,00 unter anderem 17 Catamarane, 6 schmale Fischerboote und 21 Fischernetze erworben. Br. Augustine zitiert den Fischer Prabhu: „Menschen aus Österreich, die mein Gesicht nie gesehen haben, haben mir zu einem schmalen Boot verholfen. Was kann ich dafür zurück geben?“
Hallein hat einen besonderen Platz in der Geschichte des Ordens vom „Sacred Heart of Jesus“ versichert Br. Augustine am Ende seiner Ausführungen. Er stehe sozusagen mit leeren Händen da, was das finanzielle betreffe, doch sei die Freude der Tsunamiopfer über die erhaltene Hilfe, das frohe Lächeln der Kinder in der Schule von Vadipatty und der Stolz der Jugendlichen in den Abendschulen über das Erlernte als Dankeschön nach Hallein gebracht.
Helfen Sie mit Falls Sie die Halleiner Schule in Vadipatty unterstützen wollen, so können auf das Konto 6009008285, lautend auf „Wir in der Einen Welt“, Salzburger Sparkasse Bank AG., BLZ 20404 Einzahlungen vorgenommen werden.
Autor / Quelle: Dipl. Ing. Roman Anlanger
Beitrag online bis 31.12.2010 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (28.11.05 - 31.12.05 - ) / 1235 / 597
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