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1. Dezember 2005 - Robert Stross

Robert Stross wurde geboren am 13. 7. 1967 in Salzburg. Seit seinem vierten Lebensjahr leidet er unter einer Erkrankung der Nieren, die sich auf den gesamten Organismus auswirkt und vielfältige Beschwerden verursacht.

Seine Lebenserwartung wurde damals von Ärzten mit zwölf Jahren angegeben! Es begann eine Behandlung mit Cortison, und er hat über 20 Jahre Cortison eingenommen. Sein Zustand hat sich dadurch gebessert, aber die Nebenwirkungen dieses Medikaments wurden immer schwerer, und auch eine Nierenspende wurde bisher als zu hohes Risiko eingestuft. Er gilt als „Begünstigter Behinderter“ mit einem Behinderungsgrad von 70 %.

Dessen ungeachtet betrachtet Robert sein Überleben als Geschenk Gottes und blickt optimistisch in die Zukunft.

Er beginnt am 1. 1. 1992 durch Vermittlung von Pfr. Oswald Scherer eine Tätigkeit in der Pfarre Hallein beim damaligen Pfarrer Richard Schwarzenauer. Er ist als geringfügig Beschäftigter täglich ca. drei Stunden im Pfarrbüro, bei Botendiensten und als Hilfe für den Mesner in der Kirche im Einsatz. Bei Begräbnissen trägt er das Kreuz. Diese Arbeiten fallen ihm am Anfang schwer, aber später geht es ihm besser. Die Begräbnisse in der Winterkälte oder bei Regen nehmen ihn mit: Er muss achten auf seine Gesundheit. Auch die tägliche Busfahrt von Salzburg nach Hallein ist ihm beschwerlich. Er ist dankbar für die freundliche Betreuung durch Mesner Martin Buchner und die Sekretärin Theresia Steinlechner.

Im Sommer dieses Jahres legt Pfarrer Schreilechner Robert nahe, sich eine Stelle in Salzburg zu suchen, da der Pfarre durch die Kirchenrenovierung das Geld knapp werde. Im Herbst spricht er in diesem Sinn auch mit seiner Mutter. Familie Stross ist zuversichtlich und hofft auf eine Anstellung in der Erzdiözese Salzburg: „Der Herrgott wird uns schon weiterhelfen!“ „Verhungern werden wir nicht müssen!“

In der Pfarre wird jetzt schleunigst klargestellt, dass von einer Kündigung keine Rede sein kann: Ein begünstigter Behinderter kann rechtlich kaum und von einer Pfarre schon gar nicht gekündigt werden. Es ist seither gelungen, eine Beihilfe zu erwirken, die 2/3 der Gehaltskosten abdeckt: Robert kann also in der Pfarre bleiben und arbeiten, so lange er will.

Robert selbst hat sich inzwischen mit dem Arbeits- und Sozialamt beraten und ist derzeit bei einem Qualifizierungsprogramm des AMS dabei: Vom 28. 11. - 9. 12. arbeitet er in den „Geschützten Werkstätten“ in Salzburg, und wenn es ihm zusagt, kann er dort ab Jänner nächsten Jahres eintreten.

Es ist sein größter Wunsch, ein „normales Leben“ zu führen: Einen Job zu haben und in einer Familie zu leben. Seit er 1987 bei einer Fahrt nach Taizé dabei war, ist sein Glaube lebendig geworden. Vorher hatte er keine Freunde, jetzt eine Gruppe, in der er sich wohlfühlt. -

Alles Gute, Robert!

Gottes Gegenwart ist in und unter uns Menschen oft leichter erfahrbar, als in unseren Kirchen.


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Autor / Quelle: Wilfried Kaaser - Pastoralassistent

Beitrag online bis 31.3.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (30.11.05 - 30.11.05 - ) / 1237 / 413