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 © Helmut Meisl

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Edith Humer


Cornelia Auer


"Ludwig"

3. Dezember 2005 - Cornelia Auer und Edith Humer

Durch ihr Studium streben sie eine Berufstätigkeit in Museen, Forschungseinrichtungen, Archiven oder Bildungseinrichtungen an, was aber nicht leicht zu erreichen ist und viel Einsatz und Flexibilität verlangt.

Beide sind Archäologinnen und seit Juli an den Grabungen in der Kirche beteiligt.

Cornelia Auer, 24, kommt aus Faistenau und studiert Alte Geschichte in Salzburg. Zur ihrem Studium gehört als Praxis die Teilnahme an einer Grabung.

Edith Humer, 25, stammt aus Salzburg. Sie hat 2004 das Studium „Alte Geschichte und Archäologie“ abgeschlossen und war schon bei einer archäologischen Grabung in der Türkei dabei.

Als Beobachter der Grabungsarbeiten stellt man sich bald die Frage: Warum tun junge Menschen so etwas? Worin liegt ihre Motivation, wochenlang sorgsam und penibel Schicht für Schicht des Bodens abzugraben und mit Eifer jeden Mauerrest und jedes Knöchelchen freizulegen? In Staub und Dreck zu wühlen?
Die Antwort: Sie tun es gern!

Einerseits herrscht in diesem Grabungsteam ein guter Teamgeist, die Teilnehmer verstehen und mögen sich, und Grabungsleiter Stefan Moser ist ein Chef, wie man ihn nur wünschen kann.

Andererseits ist es die Arbeit, die ihnen Spaß macht. Sie ist abwechslungsreich - manchmal gröber, mit Schaufel und Schubkarre, dann wieder Feinarbeit mit Schaber und Pinsel. Weiters die Dokumentation: Das Vermessen, Anfertigen von Zeichnungen und Plänen. Man weiß bei dieser Arbeit nie, was als nächstes herauskommt! Natürlich gibt es bei der Arbeit auch Unangenehmes: Der Staub, der Lärm der Stemmarbeiten an den Mauern, die zunehmende Kälte in der Kirche. Aber alles Unangenehme beeinträchtigt ihre Freude an der Arbeit nicht.

Cornelia bezeichnet als schönstes Erlebnis die Freilegung des „Ludwig“: Ein kirchlicher Würdenträger, der etwa um 1800 in der Kirche rechts vorne begraben wurde: Ihr erstes vollständiges Skelett im Sarg, mit Resten von Bekleidung, Rosenkranz und Schuhen. Später erfolgte die sensationelle Freilegung des Gräberfeldes unter der Empore, fast 200 Skelette, die ohne Särge neben- und übereinander bestattet wurden - vermutlich Opfer einer Pestepidemie um 1500.

Edith schätzt an dieser Arbeit besonders die Chance, in einem eigenen Bereich etwas machen zu können. Wichtiger als Geld zu verdienen ist ihr die Möglichkeit, eine Arbeit zur persönlichen Freude zu verrichten. Ein Leben für das Jetzt - nach eigener Entscheidung und nicht von außen vorgeschrieben!
Würdet ihr uns ein Symbol, ein Motto für euer Leben nennen können?
„Carpe diem!“ meint Cornelia. „…et noctem“ fügt Edith schmunzelnd hinzu.


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Autor / Quelle: Wilfried Kaaser - Pastoralassistent

Beitrag online bis 31.3.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (2.12.05 - 02.12.05 - ) / 1243 / 578