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4. Dezember 2005 - Michaela Linke (Sr. Daniela)

Es ist ihr immer ein Bedürfnis, nicht nur für die eigenen Kinder in einer Familie, sondern für alle dazusein.

Sie wird 1966 in Salzburg geboren. Die Eltern haben ein Möbelgeschäft in Salzburg, in diesem verbringt sie viel Zeit. Sie geht früh zur Schule, ist aber keine gute Schülerin. In ihrem 3. Schuljahr in der HS Nonntal stirbt ihre Mutter, so kommt sie in ein von Schwestern geführtes Mädchenheim in St. Gilgen. Im Poly erst holt sie den HS-Abschluss nach und besucht dann die Schule für Kindergarten- und Horterzieher in der Schwarzstraße in Salzburg.

In St. Gilgen macht sie begeistert bei einem Jugendchor mit und besucht 1983 ein charismatisches Seminar in St. Virgil, wo sich eine Verbindung mit den Halleiner Schwestern ergibt. Mit 16 tritt sie als Kandidatin bei den Halleiner Schwestern ein.

Zwei Jahre ist sie Novizin, dann legt sie die Ordensgelübde ab: Zuerst dreimal für ein Jahr, dann für drei Jahre, 1993 die Profess: Das Versprechen, auf Lebenszeit als Ordensschwester zu leben.

Sie arbeitet in Hallein immer im Kinderhort. Seit ihrer Zeit in St. Gilgen weiß sie, wie wichtig Schulbildung ist, wie schwer manchen die Schule fällt und wie wichtig es ist, ihnen zu helfen. Hat sie nie Sehnsucht nach eigenen Kindern? Es ist ihr immer ein Bedürfnis, nicht nur für die eigenen Kinder in einer Familie, sondern für alle dazusein. Sie arbeitet gerne im Hort, die Arbeit liegt ihr. In der Stadtpfarre führt sie eine Jungschargruppe; mit Martin Buchner war damals sehr viel Bewegung in der Kinderarbeit.

Sie möchte gern mehr für die Kinder zu tun, als im Hort möglich ist. Als mit Sr. Adele das Haus Mirjam als Halleiner Frauenhaus seine Arbeit aufnimmt, ist sie dabei, und beginnt ab 1996 mit einer eigenen Schülergruppe, vor allem für Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen. Diese wird später aus dem Hort ausgegliedert und erhält zunächst eine Notunterkunft in der Gewerbeschule. Da der Bedarf immer größer wird, wird ein Konzept zur Schülerbetreuung in einer Wohngemeinschaft entwickelt: Die familiäre Form ist wichtig, und die Verfügbarkeit auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten.

Der Orden gibt seine Zustimmung: So entsteht der „Privathort San Helios“ in der Davisstraße. Das Land, die Stadtgemeinde, der Rotary-Klub und private Förderer unterstützen Sr. Daniela. Hellmut Lumpi vermietet die Räumlichkeiten: Ein Geschäftsmann mit großem Herz - er unterstützt das Projekt sehr.

Hoffnungsfroh wird im September begonnen, aber bereits im Oktober lässt die Kongregation wissen: Ab Juli solle das Werk beendet werden, der Orden steht nicht mehr dahinter und hat andere Konzepte und Prioritäten. Sr. Daniela möge wieder in den Halleiner Hort zurückkehren.

Die Kinderbetreuung in San Helios findet reichen Zuspruch: Die Kinder können besser gefördert werden, als in einem normalen Hort, sie können im Notfall auch am Abend oder an einem Feiertag betreut werden und erleben eine familiäre Gemeinschaft (besonders wichtig für die Kinder von Alleinerzieherinnen).

So entscheidet sich Sr. Daniela, den Kinderhort San Helios weiterzuführen und den Weg der Exklaustration zu beschreiten: Sie wird von der Verpflichtungen aus der Zugehörigkeit zu ihrem Orden entbunden. Dies gilt seit einem Jahr, kann auch auf drei Jahre verlängert werden, dann spätestens wird entschieden werden, ob sie im Orden bleibt oder ihn verlässt. Ihr ist klar, dass der Orden aus seiner Sicht auch Recht hat und ihren eigenständigen Weg derzeit nicht unterstützt.

Es bedeutet jedenfalls, dass sie für ihren Unterhalt und für ihr Projekt selbst sorgen muss.

Michaela Linke möchte weiter als Sr. Daniela, also als Ordensfrau, leben und ist überzeugt, dass Gottes Wille ihr den Weg vorgezeigt hat, den sie beschreitet. In der Unterstützung durch die vielen Halleiner sieht sie Gottes Vorsehung und Hilfe am Werk. Sie bemüht sich, Gottes Willen zu erfüllen, und wie Jesus oder Mutter Teresa möchte sie sich für die Menschen dasein und ihnen schenken, was sie so dringend brauchen: Zuwendung und Liebe.


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Autor / Quelle: Wilfried Kaaser - Pastoralassistent

Beitrag online bis 31.3.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (3.12.05 - 03.12.05 - ) / 1245 / 619