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Marc Chagall Rahab und die Kundschafter in Jericho
Wenn Sie die Geschichte in der Bibel nachlesen möchten:
Buch Josua, Kapitel 2: Die Kundschafter in Jericho
Buch Josua, Kapitel 6: Die Eroberung von Jericho
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7. Dezember 2005 - Rahab
Rahab ist die zweite Frau, die im Stammbaum Jesu am Beginn des Matthäus-Evangeliums erwähnt wird. Wieder tritt uns eine Gestalt entgegen, in keiner Weise angepasst oder wohletabliert, und doch ungeheuer menschlich, mitleidsvoll und tatkräftig.
Rahab war eine Hure in Jericho, zur Zeit der „Landnahme“ unter Josua, als die Israeliten begannen, das Land Kanaan zu erobern. Eine rote Schnur kennzeichnet ihr Haus an der Stadtmauer: Ähnlich den roten Laternen an derartigen Etablissements heutiger Städte. Josua schickt zwei Kundschafter in die Stadt, die bei Rahab einkehren - sicher ein brauchbarer Ort, um Informationen zu erhalten. Ihr Eintreffen wird dem Stadt-König gemeldet; dieser schickt seine Leute zu Rahab, um die Spione festnehmen zu lassen. Rahab verbirgt sie auf dem flachen Dach unter Flachsstengeln und bedeutet der Polizei: „Sie sind schon wieder fortgezogen - ich hatte keine Ahnung, wer sie waren - eilt ihnen nach, so könnt ihr sie noch einholen!“ Der Trupp stürmt aus der Stadt und sucht sie zwei Tage lang, natürlich vergebens.
Rahab verbirgt die Kundschafter und schildert ihnen die Realität: Die Bewohner Jerichos sind voll Angst und vergehen vor Furcht, sie wissen, dass sie den Israeliten nicht widerstehen können. Sorgsam handelt sie ein Abkommen aus: Ihr Haus mit der roten Schnur soll bei der Eroberung der Stadt für sie, ihre Familie und ihren Besitz eine sichere Zuflucht sein. Das wird versprochen und beschworen.
Die Kundschafter kehren sicher zu Josua zurück und können melden: Jericho wird in unsere Hand fallen. Es kommt zum Sturm auf die Stadt, die „Posaunen von Jericho“ ertönen, die Stadtmauern stürzen ein und Jericho fällt in die Hände der Israeliten; es hatte keine Kraft und Hoffnung mehr, sich verteidigen und bestehen zu können. Nur Rahab und ihre Familie werden verschont. - Im Buch Ruth steht eine kleine Genealogie, die von Perez, dem Sohn der Thamar, hinüberführt zu Isai und David. In dieser Genealogie wird ein Salma erwähnt, und Matthäus identifiziert diesen Salma mit einem der Kundschafter: Er wird zum Gemahl der Rahab und der Vater des Boas - der Urgroßvater Davids.
Rahab - eine Frau von Format!
Rahab hat den klaren Blick der sozialen Außenseiter: Wie hohl und brüchig das scheinbar so mächtige Jericho war, und wie viel mehr Hoffnung und Zukunft bei der neuen Macht aus der Wüste lag. Sie ist keine Verräterin oder Kollaborateurin: Jericho hat sich selbst aufgegeben und wäre auch ohne ihren Beitrag dem Untergang geweiht gewesen. Sie hat die Gelegenheit ergriffen, einen Weg, der ihrer Einsicht nach zum Untergang führt, zu verlassen und sich und ihrer Familie eine neue, hoffnungsvolle Zukunft geschaffen. So wird sie eine der Vorfahren des Messias, der kommen wird um das Elend der Menschen zu lindern und ihnen Hoffnung und Zukunft zu geben!
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Autor / Quelle: Wilfried Kaaser - Pastoralassistent
Beitrag online bis 31.3.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (6.12.05 - 06.12.05 - ) / 1248 / 575
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