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8. Dezember 2005 - Mag. Kurt Zeller
Mag. Kurt Zeller ist Direktor des Keltenmuseums und Leiter des österr. Forschungszentrums Dürrnberg
Geboren im Juli 1945 in Hallein. Besucht nach VS und HS die Fachschule für Maschinenbau in Hallein, danach das Abendgymnasium für Berufstätige. Studium: Vor- und Frühgeschichte in Wien, München, Abschluss in Marburg / Lahn. Bereits in der Fachschulzeit aktiv bei Grabungen am Dürrnberg, später Grabungsleitung in Slowenien und Friaul: Frühchristliche und langobardische Kirchen. Auf Grund der technischen Ausbildung gefragt bei Ausgrabungen (Vermessung, Planerstellung, Anfertigung von Zeichnungen), finanziert damit das Studium.
Was fasziniert ihn an seiner Arbeit? Der Einblick in die Vergangenheit hilft, die Gegenwart zu verstehen! Nicht so sehr das Auffinden von Objekten ist das Ziel, sondern dadurch die Menschen in ihrem Leben zu verstehen. Unsere menschlichen Bedürfnisse sind gar nicht so verschieden von denen der Menschen vor tausenden Jahren: Sich zur Schau stellen und Imponieren (damals ein prunkvoller Streitwagen, heute ein protziges Auto!) - sich vor Ängsten und Gefahren schützen (Amulette!) - mit der Ur-Angst, selbst einmal vergehen zu müssen, fertigwerden (Bestattungen!). In diesem Beruf ist man stetig mit Tod und Sterben konfrontiert, und dieses Naheverhältnis schärft den Blick für die wesentlichen Dinge. Das wissenschaftliche Denken, das Aufbauen auf logischen und gesicherten Erkenntnissen, das stetige Überprüfen und Revidieren von Hypothesen hilft zu klarer Weltsicht - frei von Dogmatismus und Enge. Als Grundhaltungen seines Lebens nennt er Verantwortung übernehmen (ein schönes Beispiel: Die Antwort des Orakels von Delphi an König Krösus „Wenn du diesen Krieg beginnst, wirst du ein großes Reich zerstören“. Es war dann sein eigenes Reich, das zugrunde ging.) Die Verantwortung für sein Handeln muss jeder selber übernehmen und tragen. Wichtig ist es, die Auswirkungen seines Verhaltens erkennen und abschätzen zu lernen! Zu einer Führungsposition gehört es, Verantwortung zu übernehmen.
Toleranz: „Ich gewähre gerne Toleranz, erwarte sie aber auch von Dir! Ich kann sehr unangenehm werden, wenn ich den Eindruck habe, ausgenützt zu werden.“ Er hat z. B. durch 15 Jahre mit Strafgefangenen gearbeitet, diese haben monatelang Ausgrabungen durchgeführt. Dabei lernt man die Leute kennen. Eine Erkenntnis für ihn: Mancher ist durch negative Einflüsse auf die schiefe Bahn geraten, das wäre vielen anderen unter solchen Umständen auch passiert. Wenn es andere Einflüsse gegeben hätte, hätten sie eine ganz andere Entwicklung genommen.
Miteinander: Wichtig ist es, ein Wir-Gefühl zu schaffen: „Wir arbeiten miteinander!“ Der Teamgeist sollte aber auch im Leben glaubhaft vorgelebt werden. Das Gegenteil,„Dummheit, gepaart mit Arroganz, ist nicht auszuhalten!“
Ambivalenz: Eine Haltung, herzuleiten etwa aus der keltischen Mythologie: Hell und Dunkel, Gut und Böse…, alle Gegensätze gehören zusammen und bedingen einander. Wir sind in unserem Leben nur Reisende auf einem kurzen Durchgang von einem Dunkel in ein anderes.
Gelebtes Christentum: Wichtig ist, wie der Mensch lebt - entscheidend ist nicht, was er spricht. Die Lebensführung ist das Wesentliche! Die Haltung „Wasser predigen und selber Wein trinken“ ist ihm zuwider.
An diesem 8. Dezember sind Helga und Kurt Zeller unter den Ehejubilaren, die in unserer Pfarre an diesem Tag geehrt werden: Sie sind heuer 25 Jahre verheiratet. Er meint: Noch einmal 25 Jahre zusammen wären schön! Die besten Glückwünsche, und dass sich Eure Hoffnungen erfüllen!
Danke für das anregende Gespräch am 5. 12. im Keltenmuseum!
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Autor / Quelle: Wilfried Kaaser - Pastoralassistent
Beitrag online bis 31.3.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (8.12.05 - 08.12.05 - ) / 1250 / 460
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