Diese Seite als Druckausgabe
Die sich nicht zu schade sind, Lückenbüßer zu sein, die in die Bresche springen, wo Not am Mann, an der Frau ist, die andere ermutigen, den Sprung zu wagen – zum Glauben, zur Liebe, bereiten dem Herrn einen Weg.
Wir brauchen alle einen religiösen Rahmen, einen religiösen Standpunkt, etwas, was unser Leben nicht nur als Zufall oder eine Kette von Zufällen erscheinen lässt.
John Updike
Diese Seite als Druckausgabe
Die sich nicht zu schade sind, Lückenbüßer zu sein, die in die Bresche springen, wo Not am Mann, an der Frau ist, die andere ermutigen, den Sprung zu wagen – zum Glauben, zur Liebe, bereiten dem Herrn einen Weg.
Wir brauchen alle einen religiösen Rahmen, einen religiösen Standpunkt, etwas, was unser Leben nicht nur als Zufall oder eine Kette von Zufällen erscheinen lässt.
John Updike
|
11. Dezember 2005 - 3. Adventsonntag
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
Erstaunlich eigentlich, dass es nicht ausreicht, wenn Gott seinen eigenen Sohn in die Welt sendet und damit Licht ins Dunkel bringt! Es braucht offenbar auch solche, die dem Sohn den Weg bereiten und Zeugnis ablegen für das Licht. Es braucht „Straßenbau-Ingenieure“ wie den Johannes, die die Berge einebnen und die Täler auffüllen, damit ER kommen kann. Nicht, weil der Messias in einer güldnen Kutsche vorfahren möchte und ihm der rote Teppich ausgerollt werden muss. Sondern weil selbst von diesem Licht bezeugt werden muss, dass es kein Irrlicht ist, und weil der Sohn mitten unter uns sonst unerkannt bleibt. Gott drängt uns Jesus nicht auf wie einen Mega-Scheinwerfer, der uns alle halbblind macht und in die Knie zwingt.
Weil das so ist, braucht es – braucht Gott – Zeugen wie Johannes, auch heute. Gott ist auf Wegbereiter angewiesen, damit er ankommen kann bei den Menschen. Das kann – anders als beim Wüstenpropheten Johannes – ganz unspektakulär aussehen: die Weitergabe eines schlichten Buches etwa, das mich getröstet hat und ein anderer jetzt dringender braucht als ich, oder die Weiterempfehlung eines kleinen Klosters, in dem meine Seele zur Ruhe gekommen ist und Gottes Gegenwart so spürbar war. Das kann auch ein Gespräch sein über die tiefen Gedanken eines begnadeten Predigers. Gott hat viele Wege, sein göttliches Wort zu uns zu sprechen und uns heilsam zu berühren durch andere. Aber er verlässt sich auf uns, auf seine vielfältige Gegenwart mitten unter uns aufmerksam zu machen.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Hans Reithofer
Beitrag online bis 9.1.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (8.12.05 - 15.12.05 - ) / 1254 / 194
|