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 © Helmut Meisl

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15. Dezember 2005 - Zlatko Abdihodic

Leiter der Pflege in der Intensivstation am Krankenhaus Hallein.
Jede Religion ist gut“ - leider ist die Praxis vielfach nicht gut und die Menschen machen es schlecht.


Die Nachricht: „Er (sie) liegt auf der Intensivstation!“ löst bei vielen Angst und größte Befürchtungen aus. Man denkt an Schwerkranke, die nur mit dem Einsatz komplizierter Apparate am Leben erhalten werden können, an Leid, und an die Machtlosigkeit, mit der wir auch heute oft dem Tod gegenüberstehen. Ich erinnere mich an mein mulmiges Gefühl, als ich als Seelsorger auch zu Krankenbesuchen in der Intensivstation eingeteilt wurde.

Wie anders ist der Eindruck aber, wenn man die Intensivstation, die Patienten und das Pflegepersonal kennenlernt! Wie natürlich, freundlich, „normal“ und menschlich geht es dort zu!

Wir stellen heute Zlatko Abdihodic vor, den Leiter des Pflegedienstes in der Intensivstation.

Er wird 1965 in Bihac, Bosnien-Herzegowina, geboren. Sein Vater war Moslem, die Mutter orthodox; er selbst ist ohne Religionsbekenntnis, wie es im damaligen kommunistischen Jugoslawien häufig der Fall war. Er besucht die Krankenpflegeschule und macht eine Ausbildung für Intensivmedizin. Als Sportler und Teilnehmer an Turnieren im Ausland bleibt er schließlich in Österreich und absolviert hier noch einmal die Ausbildung für den Pflegeberuf. Er ist seit 15 Jahren am Krankenhaus Hallein angestellt. Seine Frau ist Philippinin, ihr Sohn heißt Daniel. Er ist weiterhin aktiver Sportler und Trainer für Judo beim ASV Puch.

Die Qualität des Pflege-Teams an der Intensivstation ist die wesentliche Grundlage für eine gute Arbeit. Alle haben vieljährige Erfahrung und tun ihre Arbeit „gern“: Die Pflege geht weit über die Apparate-Medizin hinaus und bezieht den ganzen Menschen ein. Man nimmt sich viel Zeit für die Patienten und schenkt ihnen Lebensmut und Lebenskraft durch „basale Stimulierung“: Durch Berührung, Sprechen, Musik und Geruchs-Aroma werden die Menschen erreicht und behandelt. (Erstaunlich, dass das gleiche seit jeher in der Krankenseelsorge gemacht wird: Beten, die Hand halten, leise ein Lied singen, Kreuzzeichen auf die Stirn machen, Salbung…)
Die Krankenpfleger schalten ihre Gefühle nicht aus: Sie lernen aber, damit umzugehen. Sie freuen und anerkennen sich, wenn es gelungen ist, einen Patienten zu heilen oder seinen Zustand zu bessern, und sie sind traurig, wenn es nicht gelingt. „Kein Medikament und keine Hilfe gibt es, wenn die Zeit abgelaufen ist.“ Man kann aber dem Menschen den Abschied erleichtern und seine Würde wahren.

Er hat „Respekt und Anerkennung vor jeder Religion. Jede Religion ist gut“ - leider ist die Praxis vielfach nicht gut und die Menschen machen es schlecht. Die Religion wird vielfach missbraucht, wie er es in dem unseligen Balkankrieg erlebt hat.

Als Geschenk aus dem Adventkalender möchte er allen mitgeben: „Gesundheit - und Freude am Leben, das Leben hoch achten und unterstützen!“


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Autor / Quelle: Wilfried Kaaser, Pastoralassistent

Beitrag online bis 31.3.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (14.12.05 - 14.12.05 - ) / 1265 / 797