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Helmuth Hickmann, Roland Kraml, Martin Leberer
Schülerarbeiten
Unterricht
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21. Dezember 2005 - Bildhauer an der Fachschule Hallein
Wie antworten Schüler und Lehrer auf die Fragen nach ihren Erwartungen und Hoffnungen?
Schulen sind Orte der Hoffnung. In unseren berufsbildenden Schulen ist diese hoffnungsfrohe Zukunftsperspektive deutlich spürbar: Durch die Berufsausbildung wird ja ein wesentlicher Teil des Lebens vorbereitet und geprägt. Noch eine Steigerungsstufe bildet hier wohl die Fachschule für Bildhauerei in der HTL Hallein: Es geht hier auch um Kultur, Kunst, Ästhetik, Kreativität, aufbauend auf solidem handwerklichen Können - also um Bereiche, die den Menschen-Traum von Selbstverwirklichung greifbar nahe bringen.
Wie antworten Schüler und Lehrer auf die Fragen nach ihren Erwartungen und Hoffnungen?
Die Hoffnung von FL Martin Leberer ist, dass sich die Schüler später positiv an die Schule und an ihre Ausbildung erinnern: „Ich kann als Lehrer etwas anbieten und zeigen, ich habe natürlich einen Erfahrungsvorsprung. Aber jeder muss für sich seine eigenen Erfahrungen machen. Wir wollen die Schüler nicht prägen, sondern ihnen Angebote machen.“
Aleksandra möchte unbedingt im künstlerischen Bereich arbeiten; noch offen ist, ob es die Bildhauerei sein wird oder etwas anderes. Hier aber liegt ihr Interesse.
Lena war zwei Jahre im BORG, dort war ihr der Unterricht „zu trocken“. Hier arbeitet sie gerne, sie fühlt sich wohl im kreativen Bereich
Alen kommt aus Bosnien; ihm liegt die Kunst des Zeichnens und das Schnitzen von Masken und Larven. Sein Zukunftswunsch: „Etwas Gscheit´s!“ möchte er machen.
Prof. Helmuth Hickmann ist bekannt für sein Engagement in den Bereichen Ökologie und Nachhaltigkeit; und seine Haltungen fließen in vielfältiger Form in den Unterricht ein: Der Lehrgang „Ecodesign“ war eine Frucht seiner Bemühungen; Bruno Manser, der sich für den Regenwald in Borneo einsetzt, war hier zu Gast.
Von Optimismus, die Zukunft betreffend, ist er weit entfernt. Aber er freut sich über den Einsatzwillen seiner Schüler, die beispielsweise sagen: „Man muss sich über die Zukunft schon berechtigt Sorgen machen, aber man muss auch etwas tun. Wenn man nichts tut, ist man selber schuld!“ „Mit Sorgen allein tut man sich nichts Gutes - man muss selbst schauen, wie man etwas bessern kann!“ -
Die Religion hat einen großen Teil unserer Kunst und Kultur geprägt, deshalb sind Kenntnisse in der Ikonographie (Darstellung von Heiligen) für Bildhauer wichtig. Spielt Religion selbst für die Jugendlichen eine Rolle, gibt sie ihnen Hoffnung?
Sie sprechen es sehr klar und deutlich aus: „Glaube und Kirche sind zwei Paar Schuhe.“ Sie finden die christlichen Grundwerte zwar gut und richtig, können aber mit den äußeren Formen kirchlichen Lebens wenig anfangen. Sie haben den Eindruck, dass ein „gläubiger Mensch“ alle möglichen Sachen aus Bibel und Kirche annehmen und „glauben“ müsste, und das wollen und können sie nicht. Aber es zeichnet sich für viele auch schon ein echter Glaube eines Erwachsenen ab, der seine Spiritualität in seiner Lebensführung erkennen lässt: „Als praktizierenden Katholiken müsste man eigentlich am ehesten jemanden bezeichnen, der anständig und mit Nächstenliebe lebt!“ Vanessa ist es am wichtigsten, „dass die Menschen gut miteinander auskommen.“ Aleksandra meint: „Leben und Tod gehören zusammen, dann muss der Tod nicht grausam sein.“ Der Wunsch ist total berechtigt: Der Glaube muss mir etwas geben! Man sollte sich wohl fühlen! „Die alten Kirchen, etwa aus der Zeit der Gotik, sind zwar schön, aber sie wirken oft bedrückend. Die Kirche sollte aber ein Ort sein, wo man sich wohl fühlen kann!“
FL Roland Kraml liebt seine Arbeit mit den Schülern, er fühlt sich manchmal wie der alte Sokrates in Athen: Der hat seinen Umgang mit den Menschen als „Hebammenkunst“ bezeichnet - man kann dabeistehen und helfen, aber hervorbringen muss jeder selber, was in ihm drin steckt. Es ist faszinierend, wie sich aus jungen Menschen reife Persönlichkeiten entwickeln und eine schöne Aufgabe, dazu etwas beitragen zu können. Ihm ist um die Zukunft seiner Schüler nicht bange: „In jedem steckt so viel an Potential; jeder muss in seinem Leben seinen eigenen Weg gehen und kann sich nicht immer nur alles vorschreiben lassen. Die größten Flaschen werden oft die besten Künstler!“
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Autor / Quelle: Wilfried Kaaser, Pastoralassistent
Beitrag online bis 31.3.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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