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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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„Es ist dumm, nicht zu hoffen. Außerdem glaube ich, es ist Sünde.“ Das sagt der alte Mann in Hemingways Erzählung „Der alte Mann und das Meer“, nachdem ihm nach 84 erfolglosen Tagen sein großer Fang von den Haien aufgefressen wird und er nur mit einem Skelett heimkehrt. Ein Satz, der auch für Christen gilt: Es wäre dumm und eine Sünde, die Netzen nicht immer wieder auszuwerfen und von Gott zu erzählen.




Berufung ist Rückkehr zu der Quelle, aus der man lebt.

– mt –

22. Jänner 2006 - 3. Sonntag im Jahreskreis

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

„Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.“ Was bewegt Menschen, ihr Leben radikal zu ändern? Oft ist es eine Lebenskrise, ausgelöst durch eine Krankheit zum Beispiel, den Verlust eines lieben Menschen oder eine andere bewegende Erfahrung. So etwas kann die Einstellung zum Leben so verändern, dass der Mensch sein Leben überdenkt und neu gestaltet. Andere Menschen, die ihr Leben als sinnlos empfinden, suchen neuen Lebenssinn und gehen völlig neue Wege. Eine innere Bereitschaft gepaart mit einem äußeren Anstoß können der Auslöser für diesen Schritt sein, der aber dann immer noch viel Mut erfordert.

Wir erfahren wenig über die Hintergründe der ersten Jünger Jesu. Was mag sie zur spontanen Nachfolge bewogen haben? Ich stelle mir vor, dass sie – aus welchen Gründen auch immer – eine Offenheit mitbrachten, ihr Leben zu ändern. Da hinein trafen sie Jesu Worte vom Reich Gottes, seine frohe Botschaft, seine Aufforderung „Kommt her, folgt mir nach!“ Ja, das war es, worauf sie irgendwie gewartet hatten. Sie waren innerlich schon bereit, obwohl sie es selbst bis zu diesem Augenblick vielleicht gar nicht wussten. Und mutig wagten sie den radikalen Schritt. Können Sie sich vorstellen, dass so etwas in Ihrem Leben passiert?





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Daniela Schott

Beitrag online bis 19.2.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (19.1.06 - 26.01.06 - ) / 1302 / 194