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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Wegweiser des Lebens

In der Wüste führen Irrwege zum Tod, der richtige Weg ist Über-Lebensaufgabe. Ohne die Kenntnisse eines Wegweisers ist jeder verloren. Doch viele Wegweiser führen dennoch in falsche Richtungen. Gott lädt uns ein, zu seinem Sohn umzukehren: dem Wegweiser für den Wüstengang unseres Lebens; wir dürfen uns nur ihm anvertrauen.




Auf dieser Erde gibt es nur zwei Tragödien. Die eine besteht darin, dass man nicht bekommt, was man sich wünscht, die andere, dass man es bekommt. Die zweite ist viel schlimmer, sie ist eine wirkliche Tragödie.

Oscar Wilde

5. März 2006 - 1. Fastensonntag

In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.

Nicht die Flucht vor unerträglichen Lebensbedingungen oder Angst vor mächtigen Verfolgern treiben Jesus in die Wüste. „Der Geist“ lässt nicht locker, macht ihn unruhig, schickt ihn in die Einsamkeit. Und dort, in den kargen Bergen, findet Jesus nicht die Hölle, sondern das Paradies. Eine Welt ohne Angst, in der es keine Jäger und Gejagten gibt. Hier findet der Zivilisierte Heimat in der Wildnis. Es ist eine Welt, in der die Engel auf die Erde kommen und das Göttliche dem Vergänglichen dient. Eine Welt, in der auch das Böse vorkommt – aber es hat keine Macht. Die Wüste wird zum Garten, heißt es beim Propheten Jesaja. Die Wüste Jesu ist es schon. Ein Garten Eden.

Unsere Wüsten sind meistens alles andere als ein Paradies auf Erden. Hier lauern wilde Tiere an jeder Ecke. Die Versuchungen heißen „Karriere um jeden Preis“ oder „Es nützt ja doch alles nichts“. Und das, was uns zu dienen verspricht, entpuppt sich höchst selten als Engel.

Ein Grund zu verzweifeln in den Wüsten des Jahres 2006? Nicht, wenn wir vertrauen können, dass es der Geist ist, der uns treibt. Dieser Geist vermeidet die Wüste nicht. Er führt mitten hinein und lässt sie mit neuen Augen sehen. So macht er uns auch Mut, wie Jesus die Idylle zu verlassen und in die Wüsten unserer Welt hinein zu rufen: „Das Reich Gottes ist nahe.“





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Christina Bramkamp

Beitrag online bis 2.4.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (2.3.06 - 09.03.06 - ) / 1367 / 252