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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Wirklich gute Freunde machen sich erst aus dem Staub, wenn man sie wirklich braucht.

(Charles de Talleyrand)



Palmsonntag

24.03.2002 Viele Menschen bereiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids!

Warum zog Jesus ausgerechnet auf einem Esel in Jerusalem ein? Machte er sich dadurch nicht zum Gespött der ganzen Leute? – Vielleicht haben sie sich auch schon einmal daran gestört, wenn am Palmsonntag im Evangelium vom Esel berichtet wird. Warum ein Esel, ein Tier, das wir bestenfalls als Schimpfwort wie „Du dummer Esel!“ gebrauchen? Jesu Wahl für den Esel war aber keineswegs dumm, sondern wohl durchdacht. Während bei uns der Esel als verächtliches und störrisches Tier gilt, hat er im Orient einen guten Ruf: Er gilt als ein edles Tier. So war es damals üblich, dass Könige zum Zeichen ihrer friedlichen Absicht auf einem sanftmütigen Esel in eine Stadt ritten. Kam der König aber auf einem Pferd, so bedeutete das Krieg, Zerstörung und Vernichtung! Jesus machte also mit seinem Ritt auf dem Esel in aller Öffentlichkeit deutlich, dass er als Friedenskönig in Jerusalem einziehen will. Er will den Menschen Frieden und Gerechtigkeit bringen. – Auch wenn seine gute Absicht nicht bei allen Menschen ankam. Denken wir nur an seine ungerechte Verurteilung und Kreuzigung wenige Tage später. So gesehen kann Jesu Ritt auf dem Esel zur „Eselsbrücke“ für uns werden, die uns hilft, damit wir seine Botschaft von Liebe und Frieden nicht vergessen.




Autor / Quelle: Peter Schott

Beitrag online bis 28.3.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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