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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe


Osterschmuck am Hochaltar der Stadtpfarrkirche.





Ostergedanken

22.03.2001: Freilassung auf Bewährung.

Wenige Wochen nach der Kreuzigung Jesu stehen zwei seiner Anhänger vor Gericht. Sie hatten ein Tabu verletzt und gewagt, den verfemten Namen des Gekreuzigten öffentlich auszusprechen und im Namen dieses Jesus einen Kranken zu heilen. Nun werden sie vom mild gestimmten Richter belehrt, dass sie sich in Zukuft ruhig und unauffällig zu verhalten hätten, dann werde ihnen nichts passieren. Freilassung auf Bewährung also. Doch die beiden Jünger Jesu antworten: "Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben ..."

Ein grossartiges Bekenntnis dem man sich nur anschliessen kann! Es darf nicht geschwiegen werden über Ostern, und ich selber werde auch nicht schweigen! Ich kann niemandem befehlen, an die Auferstehung zu glauben, sondern nur sagen und beteuern: Ich selber glaube daran, dass der Gekreuzigte nicht im Tod geblieben ist, sondern lebt. Mit mir glauben viele in unserer Stadt und Millionen auf der ganzen Welt. Wir leben wegen dieses Osterglaubens nicht auf einem anderen Stern und sind auch keine Gruppe, die vom Aussterben bedroht ist, sondern leben unser Leben wie alle anderen. Wir kennen genauso Lachen und Weinen, Trauer und Freude. Doch ganz zuinnerst tragen wir eine Gewissheit, die wir "Glaube" nennen. Wir haben keine mathematischen Beweise, aber die Gewissheit ist so stark, dass wir mit Überzeugung sagen können: Jesus lebt, er ist auferstanden!

Ich möchte diesen Glauben niemanden einreden (befehlen kann ich ihn sowieso nicht), aber ich wünsche allen, dass sie ihr Herz auftun können, damit dieser Glaube ihnen geschenkt wird.

Gesegnete Ostern!





Autor / Quelle: Dechant Johann Schreilechner

Beitrag online bis 10.4.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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