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Superintendentin Mag. Luise Müller
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Wohl denen, die barmherzig sind
Prominent ist die Referentin am 28. März um 20 Uhr im evangelischen Pfarrsaal. Superintendentin Mag. Luise Müller wird sich so manchem Widerspruch in der heutigen Zet widmen.
In der Bibel ist die Barmherzigkeit ein zentrales Thema. Und nicht nur im NT, sondern bereits durchgängig im AT. Gott ist barmherzig - das ist eine Linie, die sich immer wieder in neuen Bundesschlüssen ausdrückt. Die Barmherzigkeit Gottes wird dann auch zum Thema der Prophetie und wird schließlich vollendet, indem Gott in Jesus Mensch wird.
Wie steht es um die Barmherzigkeit des Menschen? Scheinbar hat sie heutzutage keine Konjunktur. Es geht um Rechte und Pflichten, es geht um nüchternes Rechnen. Was hat da die Barmherzigkeit verloren? Ich möchte nicht auf Gnade und Barmherzigkeit jemanden ausgeliefert sein - höre ich. Ich will wissen, was mir zusteht, ich möchte meine Rechte kennen.
Aber andererseits werfen wir jemanden vor, er sei unbarmherzig in seinem Verhalten. Gnadenlos. Ist das Recht allein also noch kein Garant eines erstrebenswerten Lebens?
Barmherzigkeit, so wie sie die Bibel versteht, geht tief. Für den, der sie tut, für den, der sie empfängt. Barmherzigkeit berührt im Innersten, sie ist eine ganzheitliche Haltung. Sie ist auch Gefühl, aber längst nicht nur das. Sie kommt aus der Seele, aber sie braucht auch meinen Verstand. Sie ist Geduld und Liebe und Gnade - und trotzdem kein sanftes, oberflächliches Gesäusel sondern weltverändernd und manchmal anstößig.
Autor / Quelle: Superintendentin Mag. Luise Müller
Beitrag online bis 28.2.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (21.3.06 - 28.03.06 - ) / 1385 / 334
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