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Dr. Eva Schmetterer
Das Pfarrzentrum Neualm war bei der dritten Veranstaltung ebenfalls bestens besucht
Otto Stromaier stellte wieder drei seiner großartige Bilder zum Thema der Fastenaktion zur Verfügung
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Unsere Fähigkeiten nicht verkümmern lassen
Um Gerechtigkeit in der Heiligen Schrift ging es Eva Schmetterer bei ihrem spannenden Vortrag, der viele der Anwesenden zu ganz neuen Zugängen und Gedanken anregte.
Nur in Bruchstücken kann der überaus anregende Vortrag wiedergegeben werden, Bruchstücke, die den Anwesenden helfen sollen, den "roten Faden" wieder aufzunehmen und jenen, die nicht dabei sein konnten, vielleicht ein wenig von dem zu vermitteln, was beim Vortrag so trefflich "unters Volk" gebracht wurde.
Gerechtigkeit beschreibt das Verhältnis zwischen zwei Personen/Personengruppen, wie zB. der Verhältnis Gottes zu seinem Volk, das Verhältnis von Partnern untereinander usw.. Gott ist "gerecht", weil er ein rechtes Verhältnis hat zu uns.
Bei der Gerechtigkeit im Sinne der Bibel geht es aber auch um denjenigen, der "vor Gericht" steht - und unschuldig ist - und sich nicht wehren kann; aus diesem Konnex ist wohl auch die Seligpreisung "wohl denen, die unschuldig sind" ebenfalls zu sehen.
Gerechtigkeit ist dann da, wenn jedem das seinige Recht standhaft und beständig zuerkannt wird. Doch, woher kommt das, dass jeder Mensch das "seinige Recht" hat? Alles was ist, ist von Gott und daher grundsätzlich anzuerkennen.
Gerechtigkeit geht auf den anderen, der nicht zu mir gehört, mit dem ich nicht in Liebe verbunden bin, in letzter Konsequenz auch dem Fremden. Was nicht heißt, dass wir alle Fremden lieben müssen! Wir müssen diesem Fremden auch das Recht belassen, andere Menschen nicht symphatisch zu finden.
Gerechtigkeit heißt weiters, dem Anderen das Seinige zurückzugeben. Solange wir auf Erden sind, werden wir aber wohl nie den Zustand der "Gerechtigkeit" endgültig erreichen. Auch in der Politik im Leben von Gruppen und Gemeinden kann letzten Endes Gerechtigkeit nie ganz erreicht werden. Absolute Gerechtigkeit (es jedem Recht machen wollen) führt zum Stillstand und in letzter Konsequenz zu Diktatur.
Das "Recht des anderen" ist allein schon durch seine Erschaffung, seine Geburt, die Gott gewollt ist, begründet, dieses Recht ist daher nicht diskutierbar. Darauf sollten die Kirchen zB. bei ihren Stellungnahmen zum Thema Umgang mit Ausländern verstärkt hinweisen.
Am Beispiel des Psalm 18 (siehe unten) schließlich führt Eva Schmetterer die Anwesenden durch die Phasen eines Lebens, versucht aufzuzeigen, wo der Punkt ist, wo die von Gott gegebenen besonderen Fähigkeiten, die in jedem von uns existieren, so beschnitten werden, dass wir Gefahr laufen das zu verlieren, mit dem uns Gott besonders ausgestattet hat.
Der Psalm 18
Der Ausgang im Uterus - ein sicherer Ort Er sprach: Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke, Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter, mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht. Ich rufe: Der Herr sei gepriesen!, und ich werde vor meinen Feinden gerettet.
Die Geburt - die Notwendigkeit des Ausbruchs Mich umfingen die Fesseln des Todes, mich erschreckten die Fluten des Verderbens. Die Bande der Unterwelt umstrickten mich, über mich fielen die Schlingen des Todes. In meiner Not rief ich zum Herrn und schrie zu meinem Gott. Aus seinem Heiligtum hörte er mein Rufen, mein Hilfeschrei drang an sein Ohr. Da wankte und schwankte die Erde, / die Grundfesten der Berge erbebten. Sie wankten, denn sein Zorn war entbrannt. Rauch stieg aus seiner Nase auf, / aus seinem Mund kam verzehrendes Feuer, glühende Kohlen sprühten aus von ihm. Er neigte den Himmel und fuhr herab, zu seinen Füßen dunkle Wolken. Er fuhr auf dem Kerub und flog daher; er schwebte auf den Flügeln des Windes. Er hüllte sich in Finsternis, in dunkles Wasser und dichtes Gewölk wie in ein Zelt. Von seinem Glanz erstrahlten die Wolken, Hagel fiel nieder und glühende Kohlen. Da ließ der Herr den Donner im Himmel erdröhnen, der Höchste ließ seine Stimme erschallen. Er schoß seine Pfeile und streute sie, er schleuderte Blitze und jagte sie dahin. Da wurden sichtbar die Tiefen des Meeres, die Grundfesten der Erde wurden entblößt vor deinem Drohen, Herr, vor dem Schnauben deines zornigen Atems. Er griff aus der Höhe herab und fasste mich, zog mich heraus aus gewaltigen Wassern. Er entriß mich mächtigen Feinden, die stärker waren als ich und mich haßten. Sie überfielen mich am Tag meines Unheils, doch der Herr wurde mein Halt. Er führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.
Die Selbstsicherheit des Kindes - meine Stärken als Angelpunkt Der Herr hat gut an mir gehandelt und mir vergolten, weil ich gerecht bin und meine Hände rein sind. Denn ich hielt mich an die Wege des Herrn und fiel nicht ruchlos ab von meinem Gott. Ja, ich habe alle seine Gebote vor Augen, weise seine Gesetze niemals ab. Ich war vor ihm ohne Makel, ich nahm mich in Acht vor der Sünde. Darum hat der Herr mir vergolten, weil ich gerecht bin und meine Hände rein sind vor seinen Augen. Gegen den Treuen zeigst du dich treu, an dem Aufrichtigen handelst du recht. Gegen den Reinen zeigst du dich rein, doch falsch gegen den Falschen. Dem bedrückten Volk bringst du Heil, doch die Blicke der Stolzen zwingst du nieder. Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen, mein Gott macht meine Finsternis hell. Mit dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Vollkommen ist Gottes Weg, / das Wort des Herren ist am Feuer geläutert. Ein Schild ist er für alle, die sich bei ihm bergen. Denn wer ist der Gott als alleine der Herr, wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott? Gott hat mich mit Kraft umgürtet, er führt mich auf einen Weg ohne Hindernis. Er ließ mich springen schnell wie Hirsche, auf hohem Weg ließ er mich gehen. Er lehrte meine Hände zu kämpfen, meine Arme, den ehernen Bogen zu spannen. Du gabst mir deine Hilfe zum Schild, / deine Rechte stützt mich; du neigst dich mir zu und machst mich groß. Du schaffst meinen Schritten weiten Raum, meine Knöchel wanken nicht.
Die Pubertät - Zeiten der Durchsetzung und der Bewährung Ich verfolge meine Feinde und hole sie ein, ich kehre nicht um, bis sie vernichtet sind. Ich schlage sie nieder; sie können sich nicht mehr erheben, sie fallen und liegen unter meinen Füßen. Du hast mich zum Kampf mit Kraft umgürtet, hast alle in die Knie gezwungen, die sich gegen mich erhoben. Meine Feinde hast du zur Flucht gezwungen; ich konnte die vernichten, die mich hassen. Sie schreien, doch hilft ihnen niemand, sie schreien zum Herrn, doch er gibt keine Antwort. Ich zermalme sie zu Staub vor dem Wind, schütte sie auf die Straße wie Unrat. Du rettest mich vor zahllosem Kriegsvolk, du machst mich zum Haupt über ganze Völker. Stämme, die ich früher nicht kannte, sind mir nun untertan. Sobald sie mich nur hören, gehorchen sie. Mir huldigen die Söhne der Fremde, sie kommend zitternd aus ihren Burgen hervor.
Erwachsen sein - ich bin Königin und wieder am Start Es lebe der Herr! Mein Fels sei gepriesen! Der Gott meines Heils sei hoch erhoben; denn Gott verschaffte mir Vergeltung und unterwarf mir die Völker. Du hast mich von meinen Feinden befreit, / mich über meine Gegner erhoben, dem Mann der Gewalt mich entrissen. Darum will ich dir danken, Herr, vor den Völkern, ich will deinen Namen singen und spielen. Seinem König verlieh er große Hilfe, / Huld erwies er seinem Gesalbten, David und seinem Stamm auf ewig.
Autor / Quelle: Helmut Meisl
Beitrag online bis 28.2.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (21.3.06 - 04.04.06 - ) / 1387 / 378
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