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 © Helmut Meisl

 Fastenaktion
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Mag. Erwin Neumayer


Auch der letzte Vortrag der Fastenaktion 2006 im Pfarrsaal Rehhof war ausgezeichnet besucht.


Josef Strohmaier
Der brennende Dornbusch

Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott

Ein Beweis von Vertrauen in Gott ist dieses bekannte Sprichwort sicher nicht, so Mag. Erwin Neumayer bei letzten Vortrag der diesjährigen Fastenaktion.

Mag. Erwin Neumayer war Kooperator in der katholischen Stadtpfarre, bevor er seinen Dienst als Pfarrer in der Tiroler Beggemeinde Jochberg antrat. Als Thema seinen Vortrages aus der Reihe der "Bergpredigt" stand das Zitat "wohl denen, die aufrichtig sind in ihrem Herzen".
Der über eine Stunde dauernde sehr anspruchsvolle Vortrag erhob nach den Angaben des Referenten keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ein Anspruch, dem natürlich auch diese Zusammenfassung auch nicht nur in Ansätzen entsprechen kann.

Unser Sprechen von Gott und über das Geheimnis Gottes kann immer nur "gegenstandslos" bleiben, weil wir derzeit lebende Menschen Gott nicht "gesehen" haben. So gesehen hat das Tagesthema auch etwas mit Ostern gemeinsam, da auch bei diesem Geheimnis letzlich niemand das Eigentliche sehen kann.

Die Bibel, aus der das Zitat der Bergpredigt entnommen ist, ist ein sehr umstrittenes Buch, ein Buch, das sehr viel Gutes bewirkt hat, wenn Menschen sich aufgemacht und versucht haben das umzusetzen, was das Wort Gottes in diesem Buch von uns Menschen erwartet. Die Bibel ist aber auch ein Buch, dass immer wieder - auch heute - viel Schlimmes bewirkt. Die fundamentalistische Auslegung der Bibel, die sich an einzelnen Worten aufhängt und die nicht nach dem eigentlichen Inhalt hinter den Worten und Sätzen sucht, verursacht immer wieder viel Leid und auch heute noch kriegerische Handlungen. Hinter der buchstäblichen Erzählung in der Bibel steht immer auch eine konkrete Geschichte. Auch die Jünger Jesu haben diese Inhalte hinter den Worten Jesu nicht immer gleich verstanden und mussten mehrfach von Jesus diesbezüglich zugechtgewiesen werden.

Auf keinen Fall können wir von Gott auch nur annähernd richtig reden, wenn wir nicht zuvor eine Beziehung zu ihm aufgebaut haben. Jesu neue Weltordnung, wie sie in der Bergpredigt angedeutet wird, gründet in der Reinheit von uns Menschen, im ungeteilten Ja zum Willen Jesu.

Selig, die ein reines Herz haben ... Biblisch gesehen ist mit dem Herzen das Innerste des Menschen gemeint, jener Bereich in uns, in dem Kummer, Leid, Erregung, Gelassenheit, Begierde und all jene unsere Absichten beheimatet sind. "Von Herzen" meint heute aber auch Innerlichkeit bzw. unser Gewissen. Die konkrete Seligpreisung gilt demnach jenen Menschen, die Gott und dem Nächsten versuchen ehrlich zu begegnen. Wenn unser "Herz" in Ordnung ist, ist auch unser "Sehvermögen" in Ordnung, dann sehen wir die Dinge so, wie sie wirklich sind und nicht so, wie sie uns andere vielleicht einreden wollen.

Viele Menschen tun äußerlich so, als würden sie auf Gott vertrauen, in Wirklichkeit aber trauen viele nur sich selbst. Das Sprichwort "hilf dir selbst, dann hilft dir Gott" ist nur ein Beweis, dass dieses unser Denken gar nicht so selten vertreten ist.

Im ersten Testament (dem Alten Testament) haben es die Menschen immer mit einem Gott zu tun, den sie nicht sehen können. Erst mit der Geburt Jesu ändert sich das, nimmt Gott, der Gestaltlose, in seinem Sohn Gestalt an.





Autor / Quelle: Helmut Meisl

Beitrag online bis 28.2.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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