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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Wenn der Messias morgen käme

Wenn der Messias morgen käme,
wäre es nicht die wichtigste Frage,
wo er käme oder wie er käme.
Die entscheidende Frage hieße:
Würden wir glauben, dass er käme?




Ja, wir schauen auf ihn: Er hilft und rettet. Er achtet die Menschen. Er geht seinen Weg, auch wenn er vor der Welt scheitert. Mit ihm kommt in die Welt, wonach Menschen sich sehnen, was Gott seit altersher am Herzen liegt.

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Wenn der Messias morgen käme

Wenn der Messias morgen käme,
wäre es nicht die wichtigste Frage,
wo er käme oder wie er käme.
Die entscheidende Frage hieße:
Würden wir glauben, dass er käme?




Ja, wir schauen auf ihn: Er hilft und rettet. Er achtet die Menschen. Er geht seinen Weg, auch wenn er vor der Welt scheitert. Mit ihm kommt in die Welt, wonach Menschen sich sehnen, was Gott seit altersher am Herzen liegt.

9. April 2006 - Palmsonntag

Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweige von den Büschen ab und streuten sie auf den Weg. Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.

Ganz in der Manier alttestamentlicher Propheten setzt Jesus ein Zeichen. Und viele aus dem Volk können es deuten. Sie breiten Kleider und Zweige vor ihm aus, weil sie sich an das Wort des Propheten Sacharja erinnern, auf das Jesus anspielt: „Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und lässt sich helfen, er ist gewaltfrei und reitet auf einem Esel“ (Sach 9,9). So jedenfalls die wortgetreuere Übersetzung meines Bibellehrers. Die Menge jubelt ihm zu, dem Friedenskönig, der auf einem Esel sitzt, dem Tier der Armen, auf Gewaltfreiheit setzt und ‚sich helfen’ lässt.

Fünf Tage später hat die Stimmung vollkommen umgeschlagen. Da schallt ihm das eisige „Kreuzige ihn!“ entgegen. Das zeigt nicht nur, wie leicht und wie schnell sich eine gesichtslose Menge manipulieren und aufhetzen lässt. Es zeigt vor allem, wie tief in einem jeden von uns der Hang zur Gewalttätigkeit wurzelt und wie schwer es ist, konsequent gewaltfrei zu handeln und zu leben. Eine radikale Absage an Gewalt können wir offenbar auch an anderen kaum ertragen, schon gar nicht, wenn wir zu ihnen aufschauen und von ihnen Hilfe erwarten.

Angesichts der Konflikte und Kriege unserer Zeit kann ich mir keine größere Herausforderung – und zugleich keine größere Hoffnung – vorstellen als dieses prophetische Zeichen Jesu. Es wäre deshalb fatal, die unbedingte Gewaltfreiheit, die Jesus uns hier „zu-mutet“, in harmloser Palmesel-Folklore untergehen zu lassen.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Hans Reithofer

Beitrag online bis 6.5.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (6.4.06 - 13.04.06 - ) / 1409 / 184