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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Erfolgreich praktizierte Integration

Das silberne Ehrenzeichen des Landes Salzburg erhielt Pfarrer Wolfgang Del-Negro anlässlich des Jubiläums "40 Jahre eigenständige Diözese" verliehen.

Landeshauptfrau Burgstaller gratulierte zum Jubiläum "40 Jahre eigenständige Diözese der Evangelischen Superintendenz Salzburg und Tirol".

(LK) "Ich möchte den Mitgliedern der evangelischen Gemeinden ausdrücklich den Dank des Landes für das von ihnen gelebte Beispiel erfolgreich praktizierter Integration abstatten. Als herausragende Zeichen dafür möchte ich exemplarisch die hervorragende Kooperation zwischen dem Land und dem Diakoniezentrum in Salzburg/Aigen oder dem evangelischen Schulwesen nennen. Integration ist dann erfolgreich, wenn sie zur Normalität geworden ist, und zwar ohne die Nivellierung von Identitäten, Überzeugungen und Traditionen." Dies betonte heute, Freitag, 28. April, Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller beim Festakt "40 Jahre eingeständige Diözese der Evangelischen Superintendenz Salzburg und Tirol" im Wiener Saal des Mozarteums, bei dem die Landeshauptfrau auch von der Landesregierung verliehene Auszeichnungen überreichte.

"Vergeben, aber nicht vergessen!" Dieser Satz bekomme 275 Jahre nach der heute unfassbaren Vertreibung der Protestanten aus Salzburg in den Jahren 1731/32 eine ganz besonders versöhnliche Note zu; und zwar vor allem dann, wenn man ihn im Kontext mit der beeindruckenden Vergebungsbitte des damaligen Salzburger Erzbischofs Dr. Andreas Rohracher betrachtet - ausgesprochen vor genau 40 Jahren, anlässlich der Feierlichkeiten zur Errichtung der Superintendantur Salzburg-Tirol, so die Landeshauptfrau weiter. Bereits davor hatte das Zweite Vatikanische Konzil auch in Salzburg ein nachhaltiges kirchlich-ökumenisches Tauwetter zwischen den christlichen Konfessionen anbrechen lassen.

Wie gut die Wunden von damals inzwischen verheilt sind, zeige auch die überaus dynamische Entwicklung der evangelischen Gemeinden im Land Salzburg vor allem seit 1945. Damals verdoppelte sich in Salzburg durch die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aus ehemals deutschsprachigen Gebieten im Osten und Südosten Europas die Zahl der Angehörigen der evangelischen Kirchen innerhalb weniger Jahre auf etwa 12.000 Personen. Dies führte etwa zwischen 1960 und 1980 im eigentlichen und im übertragenen Sinn zur "Bauphase" der evangelischen Kirche in Stadt und Land Salzburg. Kirchen, Pfarrhäuser und Gemeindezentren entstanden an vielen Orten des Landes. Die Menschen, die dies mit viel Idealismus und Fleiß geschaffen haben, hatten sich damals längst in Wirtschaft und Gesellschaft Salzburgs integriert. Und sie haben wesentlich am Wiederaufbau und in der Folge am Entstehen eines neuen, modernen Österreich mitgewirkt, stellte die Landeshauptfrau fest.

Angesichts der aktuellen Diskussionen betonte Burgstaller: "Wir brauchen eine neue Kultur der ausgestreckten Hände. Wir brauchen aber auch eine Kultur der klaren Spielregeln, die für alle gelten. Die Prinzipien der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und eine Weltethik, wie sie etwa vom großen Theologen Hans Küng angedacht wurde, bilden die wohl am besten geeignete Grundlage für diese `Regeln`, hinter die es kein Zurück geben darf." Sozusagen "im Kleinen" habe das Zusammenleben der christlichen Konfessionen in den vergangenen 40 Jahren gezeigt, welche "Wunder" bewirkt werden können, wenn Menschen im Sinne Dietrich Bonhoeffers verantwortlich handeln und "das Notwendige im Blick auf die Wirklichkeit" tun. Denn nur so und Dank des guten Willens aller Beteiligten, so Burgstaller, wurde das Salzburger Erfolgsmodell der aktiven Koexistenz zweier Konfessionen möglich - zum Guten für das ganze Land.

Landesauszeichnungen verliehen

Superintendentin Mag. Luise Müller, die seit 1. September 1995 der Diözese Salzburg und Tirol vorsteht, erhielt das Goldene und Senior Mag. Wolfgang Del Negro aus Hallein, Stellvertreter der Superintendentin für Salzburg, das Silberne Ehrenzeichen des Landes Salzburg.

Das Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg ging an Mag. Volker-Ludwig Toth aus Salzburg, Religionsprofessor und Geschäftsführer im Evangelischen Diakonieverein Salzburg, Johann Anders aus Bürmoos, langjähriger Kurator der Pfarrgemeinde Bürmoos, Sibylle Aschauer aus Hallein, Vorstandsvorsitzende im Evangelischen Diakonieverein, und Dipl.-Ing. Dr. Horst Riedl aus Salzburg, von 1998 bis 2005 Kurator der Evangelischen Pfarrgemeinde Salzburg-West.

Das Silberne Verdienstzeichen des Landes Salzburg erhielten Auguste Baumgartner aus Salzburg, Johanna Fett aus Salzburg, Agneta Klinger aus Zell am See, Liselotte Mayer aus Puch, Eivor Schober aus Saalfelden, Günter Schnittspahn aus Rauris, Irene Stiborek aus Hallein, MA Thelma Treml aus Salzburg und Margaretha Wasmayr aus Neumarkt am Wallersee. Für Anni Arnsteiner aus Bad Gastein und Brigitte Wheeler aus Bad Gastein übernahm Pfarrer Mag. Dietmar Orendi die Auszeichnung.





Autor / Quelle: Land Salzburg, Landespressebüro

Beitrag online bis 30.9.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (28.4.06 - 29.05.06 - ) / 1429 / 294