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 © Helmut Meisl

 Haus Mirjam
Diese Seite als Druckausgabe


Das Haus Mirjam wird von der Pfarrgemeinde Hallein kostenlos zur Verfügung gestellt. Schwester Daniela leistet darüber hinaus mindestens 1.000 Stunden pro Jahr kostenlosen Dienst für das Haus. Da kann es doch nicht an der Finanzierung der restlichen Kosten für einen Nacht- und Wochenenddienst scheitern, dass Frauen und Kinder in Not Hilfe und Unterstützung bekommen?





Ein Skandal bahnt sich an

27.03.2003: Obwohl für mehr oder weniger notwendige Bauten die Millionen üppig fliessen, scheint in Salzburg für Menschen in Not kein Geld da zu sein.

Die Rede ist von riesigen Probemen in der Finazierung des weiteren Betriebes des "Haus Mirjam", einem Haus, in dem Frauen und Kinder in schlimmster Not eine Zeit lang Aufnahme finden und wo mit enorm viel Engagement und Liebe diese geschlagenen Frauen auf ein neues Leben ohne Abhängigkeit von der Sozialhilfe vorbereitet werden.

Bis vor einigen Wochen war die stets extrem knappe Finanzierung noch gesichert, da zwei Schwestern aus den Orden der "Halleiner Schulschwestern" über Jahre hindurch jede Nacht und jedes Wochenende kostenlos ihren Dienst versahen. Nachdem nun aber Schwester Adele aus dem Orden neue Aufgaben übernommen hat, scheint der Bestand des Hauses gefährdet, da das Land Salzburg der Meinung ist, dass die Frauen in der Nacht und an den Wochenenden und an Feiertagen keine Betreuung benötigen. Dabei geht es bei dieser Betreung keinesfalls darum, dass den Frauen gekocht oder geputzt wird. Vielmehr hat sich in den 10 Jahren des Bestandes des "Hauses der Nächstenliebe" herausgestellt, dass immer wieder gerade in den Nächten und an den Wochenenden Situationen entstehen, die ohne einer fachlichen Hilfe eskalieren und dramatisch enden können. Ein Frauenhaus ist halt doch kein Amt, das seinen "Service" auf "Amtsstunden" beschränken kann. Not hält sich an keinen Stundenplan.

Falls das Land Salzburg nicht einlenkt und die im Vergleich zu den enormen Ausgaben für Prestigeobjekte (zB. Stadion, Museen am Mönchsberg) lächerlichen Kosten für die Betreuung in der Nacht und an den Wochenenden übernimmt, ist der Bestand des Hauses gefährdet. Die Konsequenz wäre, dass das Haus Mirjam schliessen müsste. Damit gehen nicht nur Arbeitsplätze für Sozialarbeiter und Psychologen verloren, damit verliert das Land Salzburg auch eine seiner wichtigsten Anlaufstellen für derartige Notfälle. Die Frauen, die im Haus Mirjam jetzt noch Aufnahme finden, müssten von der Christian Dopplerklinik aufgenommen werden, die Kinder müssten an Pflegefamilien weitergegeben werden. Neben dem Schmerz der Trennung von Mutter und Kind in einer ohnehin schon extren schwierigen Situation brächte diese Vorgangsweise für das Land nicht nur keine Ersparnis, sondern sogar extreme Mehrkosten, da allein schon die Aufenthaltskosten in der Dopplerklinik die Tagessätze für das Haus Mirjam erheblich übersteigen.

Das Land Salzburg kann mit der weiteren finanziellen Unterstützung des Hauses Mirjam also nur gewinnen und sich viel Geld ersparen; vorausgesetzt allerdings, dass die Verantwortungsträger in einem grösseren Zusammenhang zu rechnen verstehen. Besteht eine berechtigte Hoffnung, daran derzeit noch zu glauben?





Autor / Quelle: Helmut Meisl

Beitrag online bis 30.4.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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