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 © Helmut Meisl

 Pfarrzentrum Neualm
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Warum nicht einfach einmal ausruhen?





Warum nicht einfach einmal ausruhen?

Gönn' dir jeden Tag einen Augenblick der Stille, der Ruhe

Die fünf Minuten
haben gut getan


„Kommt an einen einsamen Ort und ruht ein wenig aus.“ So sagte Jesus zu seinen Jüngern nach einem sehr arbeitsreichen Tag. Kein Meditationskurs, kein verlängertes Wochenende, keine stundenlangen Übungen. Ein wenig ausruhen, entspannen, schweigen, das ersetzt nicht alle „großen“ Angebote, zur Stille zu finden, doch ist es ein guter, wichtiger Schritt in die richtige Richtung“

Wie wäre es: Einfach nur eine Minute hinsetzen? Jetzt gleich. Setzen Sie sich bequem, aber nicht zu bequem. Nein, keine ausgefallene Sitzhaltung! Einfach nur sitzen. An einem Platz, an dem Sie sich wohl fühlen. Dann sagen Sie sich: Ich will es probieren, nur diese eine Minute.
Nun, haben Sie es geschafft? Sicher, das war leicht. Aber haben Sie in dieser Minute viel erlebt? Es sollte auch nur so eine Art „Versucherle“ sein. Probieren Sie doch dann das nächste Mal, fünf Minuten still zu sein, und ruhig dazusitzen. Beobachten Sie sich dabei: Drängt es mich, gleich wieder aufzustehen und etwas „Vernünftiges“ zu tun? Wie viele Gedanken gehen mir doch durch den Kopf! Was werden die Kinder denken, wenn die mich so dasitzen sehen? – Probieren Sie dennoch die fünf Minuten!

„Die haben mir gut getan, diese fünf Minuten; das werde ich öfters praktizieren“ sagten mir Bekannte nach solch einer Übung. Wer mittags ohnehin für fünf oder zehn Minuten die Beine hochlegen muss, um sie zu entlasten, der ist gut dran. Der kann schon beginnen. Aber bitte ohne Zeitung, ohne Illustrierte! Auch ohne Radio! Nur einfach still sein. Die Gedanken kommen und gehen lassen. Nichts erzwingen. Einfach lernen und üben, die Stille zu ertragen. Nach einigem Üben kann man ohne diese stille Zeit nicht mehr sein.

„Stille ist für mich wie eine labende Quelle, zu der sich täglich zu gehen lohnt“, schrieb mir einmal jemand. Ich meine: Wenigstens probieren sollte man es immer wieder. Der Mensch lernt die Stille nur durch Stille kennen. Und sie wird ihn erfüllen!
Stille und zu sich selber kommen ist lebensnotwendig. „Die Seele keucht uns hinterher“ im Vielerlei der Dinge, in der so oft angesprochenen Hetze des Alltags. Im Schweigen, in der Stille, in der anfanghaften Meditation komme ich zu mir selber. Ich halte inne im Laufen.

Mann kann übrigens auch gemeinsam schweigen! Liebende wissen das. Sie sitzen nebeneinander, spüren ihre Nähe und Zuneigung und schweigen. Dies ist an kein Alter gebunden!
„Kommt an einen einsamen Ort, wo wir allen sind, und ruht ein wenig aus“, fordert Jesus seine Freunde auf. Er wusste, dass auch der Glaube dieses Stille braucht.
P.Josef Danko






Autor / Quelle: Joseph Obereder

Beitrag online bis 12.9.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (12.7.06 - 31.07.06 - ) / 1470 / 168