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Jesus zieht sich zurück
Jesus schenkt die Fülle des Lebens und vertraut uns, dass wir sie gerecht verteilen. Er entzieht sich, damit wir uns nicht dem Nächsten entziehen.
Fünf Brote und zwei Fische, das ist das, was wir haben, für das wir uns schämen oder über das wir uns beklagen, weil es zu wenig ist. Jesus will hier gerade das, um das Volk Gottes aufzubauen.
Carlo M. Martini
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30. Juli 2006 - 17. Sonntag im Jahreskreis
Da setzten sie sich, es waren etwa fünftausend Männer. Da nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen.
Wenn Jesus heute in unsere Mitte tritt, dann trifft er auf Menschen, die nicht hungern. Zumindest nicht nach Brot und Fisch. Und wenn sie auf Reisen gehen, dann nehmen sie ihr Brot und ihren Fisch mit, gut verpackt in Kühltaschen oder Tupperschüsseln. Und er trifft auf Menschen, die in der Regel von der Kirche oder dem Glauben keine Wunder mehr erwarten; eher im Gegenteil, die den Wundergeschichten der Bibel skeptisch gegenübertreten, weil sie nicht in ihr wissenschaftliches Weltbild passen. Denkbar schlechte Voraussetzungen für das Speisungswunder, das uns das heutige Johannes-Evangelium erzählt. Doch wonach hungern die Menschen heute, was erwarten sie?
Als Jesus anfing, die fünf Brote und die zwei Fische, zu wenig selbst für ihn und seine Jünger, mit den Menschen, die vor ihm lagerten, zu teilen, da öffneten sie ihre Kühltaschen und Tupperdosen und begannen ebenfalls zu teilen, sie kamen ins Gespräch, auf einmal hatten sie Zeit füreinander, sie hörten sich zu, erfuhren von den Hoffnungen und Nöten ihrer Nachbarn und wurden satt an Leib und Seele; ihr Hunger nach Gemeinschaft und Nähe wurde gestillt. Und sie sahen auf Jesus, der diese Wandlung ermöglicht hatte durch eine kleine Geste und ein Gebet. Sie fingen selbst an zu danken und zu beten und nahmen sich fest vor, in Zukunft die nicht aus den Augen zu verlieren, die Hunger leiden an Leib und Seele. Ein Wunder war geschehen.
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Michael Tillmann
Beitrag online bis 27.8.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (27.7.06 - 03.08.06 - ) / 1479 / 172
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