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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Je reicher ein Leben ist, um so größer ist seine Verwundbarkeit.
(Reinhold Schneider)



2. Sonntag der Osterzeit

05.04.2002: Dann sagte er zu Thomas: Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!

Die Osterzeugen sitzen hinter verschlossenen Türen. Keiner weiß, wie sie dorthin gekommen sind. Ihre Verschlossenheit erinnert an die Grabesstille am Karsamstag. Haben sie all ihre Hoffnungen in Getsemane mitbegraben und einen Stein davor gewälzt? Da sitzt die Urgemeinde voller Angst und Furcht und mit der Botschaft, der Herr sei auferstanden. Er lebt. Schon seit einer Woche! Da sitzen Menschen hinter verschlossenen Türen mit Nachrichten, die weiterhelfen. Sie sitzen in hoffnungslosen Behausungen, die nie zur Heimat werden können. Selbst wenn sie dort drin „Halleluja“ singen, wird ihnen keiner ihren Glauben glauben. Selbst ihr Freund Thomas nicht. Thomas ist unser Heiliger, der Patron der Zweifler. Er kommt wie die meisten von uns zu spät und hört die ersten Christen sagen: „Wir haben den Herrn gesehen“. Wer´s glaubt!
Die wollen den auferstandenen Herrn gesehen haben? Den Jesus, der lebt? Zweifelt er an der Auferstehung? Zweifelt er an Gottes Größe? Nein, ganz schlicht zweifelt er an den Zeugen. Sehen so Christen aus, die den Herrn gesehen haben? Ängstlich hinter verschlossenen Türen? Nie und nimmer. Die Menschen wollen wie Thomas unseren Glauben testen. Sie wollen ihn berühren, wo er überzeugt. In der Kirche. Die suchenden Menschen wollen uns die Osterbotschaft ansehen. Geben wir ihnen die Chance!





Autor / Quelle: Bernd Kaut

Beitrag online bis 12.4.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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