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Joseph blickt vom Barmstein aus auf Neualm
Joseph Obereder
Bei der Erstkommunionfeier der VS-Neualm 2006 in der provisorisch benützbaren Stadtpfarrkirche
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Dank für 12 gemeinsame Jahre
Im Mai 1994 klopft es an meine Tür in der Gorianstraße 4 in Salzburg; draußen steht zu meiner Überraschung der Pfarrer von Hallein Richard Schwarzenauer mit Wäschekluppen in der Hose – er ist mit dem Rad gekommen.
Im Laufe des Gespräches meint er, er wüsste eine gute neue Arbeitsstelle für mich: Neualm in Hallein. Ich überlege, erbete mir Bedenkzeit und am 1. September 1994 trete ich meinen Dienst als Pastoralassistent in Neualm an.
Die Vorbereitungen auf das 10-Jahr-Jubiläum (Oktober 1994) helfen mir, sogleich mit allen Arbeitskreisen der Pfarre vertraut zu werden und mit öffentlichen Institutionen, wie der Volks- und Hauptschule in Neualm zusammen zu arbeiten.
Die Volks- und Hauptschüler gestalten die Kellerräume des Pfarrzentrums für dieses Jubiläum; damit beginnt zugleich die Jugendarbeit in Neualm. Mit großer Begeisterung und Mithilfe der Jugendlichen entsteht das Jugendzentrum - „JUZ“ genannt. Höhepunkte ihrer Initiative sind der „Flohmarkt für Straßenkinder in Bukarest“ (April 1999) und das große Integrationsfest „ALL TOGETHER“ im Juni 2000.
Allmählich lerne ich die Pfarre bis in den letzten Winkel kennen; viele Neualmerinnen und Neualmer – und die seid ja ihr – werden mir vertraut. In vielen Begegnungen, in Freud und Leid, wachsen wir zusammen; fröhliche, freudvolle aber auch traurige Stunden haben wir miteinander geteilt. Meine Krankheit, die mich vor 5 Jahren ereilt hat, nötigt mich, vorzeitig in Pension zu gehe.
Rückschauend auf meine 12 Jahre mit euch danke ich allen:- Erst euch Kindern, den ganz kleinen, im EKIZ, deren Anblick mir immer besonders große Freude bereitet hat; den Minis, JS-Kindern, Sternsingern für ihren Dienst und ihr frohes Treiben – wie auch den VS-Kindern, die mich immer freundlich grüßten, wenn sie von der Schule nach Hause gingen.
- Euch Jugendlichen für eure Offenheit, Ehrlichkeit, für euer Vertrauen und eure Zuneigung. Ihr habt mich jung erhalten, solange ihr da wart; ihr habt mich herausgefordert, mir geholfen zu begreifen, dass das Leben keine fixe Institution ist, sondern ein Wachsen, Reifen, Experimentieren. Ich habe versucht, euch erfahren zu lassen, dass Freundschaft immer besser ist als Feindschaft.
- Euch besorgten, liebevollen Müttern und Vätern, die ich stets bewundert habe ob eurer Mütterlichkeit und Väterlichkeit, mit der ihr euren Kindern das so nötige Urvertrauen für das Leben ermöglicht.
Euch älteren Menschen, deren Lebenserfahrung ich schätze, für eure Güte und Herzlichkeit.
- Euch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Pfarrgemeinderat, im Pfarrkirchenrat, in den einzelnen Arbeitskreisen, in der Jungschar und im Mini-Dienst; dem Musik-Ensemble und den Religionslehrern. Wir haben uns bemüht, offen zu sein für alle Menschen, für Trauernde und Feiernde, für Hilfe-Suchende, für Gott-Suchende, für Menschen, die in unserem christlichen Glauben Sinn, Hoffnung, Halt und Heimat finden möchten. Wehmütig müssen wir wahrnehmen, dass immer weniger Neualmerinnen und Neualmer unsere Gottesdienste besuchen.
Christus selber ist es ja, der uns einlädt, mit ihm das Mahl zu feiern, aus dem wir Nahrung für unser Seelenleben empfangen, Weisung für unser tägliches Leben, Hoffnung für unsere schweren Stunden, Freude an allem Schönen und Guten in der Welt.
Wenn ich ein TESTAMENT hinterlasse, dann die Bitte, um Christi willen doch wenigstens ab und zu den Gottesdienst zu besuchen, der ja keine Pflicht ist, sondern – wie gesagt – eine persönliche Einladung Jesu Christi zur Feier des gemeinsamen Glaubens und Lebens.
Ich bitte euch auch, euren neuen Pastoralassistenten Robert Golderer freundlich aufzunehmen und mit ihm einen neuen Start in Neualm zu wagen. Ihr habt ja so viele gute Anlagen und Talente; bringt sie doch ein, damit Neualm wieder eine lebendige Pfarrgemeinde wird. „Neuer Wein in neue Schläuche“, sagt Christus; wagt den Neuanfang!
Danken möchte ich meinen Vorgesetzten den Dechanten von Hallein Richard Schwarzenauer und Hans Schreilechner für ihre wohlwollende und fördernde Unterstützung. Danken möchte ich den 6 Kooperatoren, Christian Schreilechner, Thomas Schwarzenberger, Gerhard Fuchsberger, Gerhard Viehauser, Erwin Neumayer und Josef Pletzer; euch verdanke ich eine gute, erfreuliche Zusammenarbeit im seelsorglichen Dienst an Menschen in Neualm.
Danken möchte ich allen Hausbetreuern während meiner Dienstzeit, besonders unserer Familie Georgiev aus Mazedonien, die derzeit unser Pfarrzentrum liebevoll betreut.
Danken möchte ich den VS-und Hauptschuldirektoren und Lehrpersonen für die gute Verbindung zu unserem Pfarrzentrum.
Zuletzt danke ich DEM, DEM WIR ALLES VERDANKEN: JESUS CHRISTUS!
Lebt wohl – bis wir uns wiedersehen beim ERNTEDANKFEST am 7. Oktober, 18.00 im Pfarrzentrum
Autor / Quelle: Joseph Obereder
Beitrag online bis 20.12.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (20.9.06 - 07.10.06 - 61007) / 1529 / 202
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