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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Die Verführung zum Bösen hat oft schlimme Folgen – gerade für die Kleinen. Weil Waffenhändlern und Kriegsherren nicht das Handwerk gelegt wird, verlieren gerade Kinder in vielen Ländern Jahre nach Kriegsende noch Arme und Beine.


Gewaltvideos, einfach aus dem Internet aufs Handy herunterzuladen, sind in Schulen zu einem großen Problem geworden. Die Politik scheint dieser Gefahr machtlos gegenüberzustehen, oder fehlt nur die Fantasie und der Mut dieser Verführung zum Bösen energisch entgegenzutreten?


Ein jeder von uns sollte in der Zuversicht handeln, dass seine Worte und Taten die Macht besitzen, ein Klima des Friedens zu schaffen.

Kardinal Paulo Evaristo Arns

1. Oktober 2006 - 26. Sonntag im Jahreskreis

Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.

Fremde Wundertäter? „Hindert sie nicht!“ Verführerische Gliedmaßen? „Hau sie ab!“ – Wie passt das zusammen? Manchmal habe ich den Verdacht, die antiken Kopisten haben beim Abschreiben etwas ausgelassen. Doch für den Evangelisten Markus gehören beide Forderungen zusammen – als Mahnung an den engsten Jüngerkreis, man könnte heute sagen: an Kirchenleitung und ihre Gremien. Übersetzt könnten die Worte Jesu heißen: „Wer Gutes tut und im Namen Jesu helfen will, soll das tun. Man muss sich nicht mit Leib und Seele der Kirche verschrieben haben, um in ihrem Sinne zu handeln.“ Das bedeutet auch, dass Christen aufmerksam und dankbar sein sollen für alle Zeichen der Liebe und Sorge, die außerhalb ihrer eigenen Zirkel geschehen.

Diese Aufmerksamkeit fordert auch der zweite Teil des Evangeliums: „Ihr alle, denen irgendeine Leitungsaufgabe anvertraut ist, achtet auf euer Tun. Werdet nicht unglaubwürdig für die einfachen Gläubigen in der Kirchenbank. Wenn sie Euretwegen ihren Glauben an den gütigen Gott verlieren, dann ist das eine ernste Sache!“

Hand abhauen, Auge ausreißen – Jesus fordert mit drastischen Worten auf, nicht alles zu tun, worauf wir gerade Lust haben. Es lohnt sich zu verzichten, sich anzustrengen, die Folgen des eigenen Handelns im Blick zu haben. Nicht um sich zu quälen, sondern um das Reich Gottes zu verwirklichen. Darum geht es Jesus in all seinen Forderungen.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Christina Bramkamp

Beitrag online bis 29.10.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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