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Die Wahrheit ist eine gedachte Linie, die den Irrtum in zwei Teile teilt.
(Elbert Hubbard)
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5. Sonntag der Osterzeit
27.04.2002: Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Gut kann ich Thomas verstehen, den Zweifler, der alles hinterfragen muss, einmal, zweimal, immer wieder. Habe ich Jesu Botschaft wirklich begriffen? Habe ich alles Notwendige gelernt, um in der Nachfolge keinen Fehler zu begehen? Lieber das eigene Unvermögen eingestehen und noch mal nachfragen. „Wir wissen nicht, wohin du gehst, Herr. Wie sollen wir dann den Weg kennen?“ Aber sag, Thomas, könnte das viele Fragen nicht auch eine Flucht sein vor der Nachfolge Jesu? Es könnte Ausdruck der Furcht sein, das Leben im Glauben zu wagen. Hören, lernen, beobachten, das alles ist wichtig und hat seine Zeit. Der Glaube kommt ja vom Hören. Genauso wichtig und notwendig aber ist das Weitersagen, das Weitergehen auf dem Glaubensweg. Und das ist jetzt dran. Die Angst sich zu verlaufen, ist eigentlich unbegründet: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zu Vater, außer durch mich“, sagt Jesus. Anders ausgedrückt: Wer Jesus nicht aus dem Blick verliert, muss weder um den Weg noch um das Ziel ernsthaft besorgt sein. Wichtig ist allein, sich auf den Christus-Weg rufen zu lassen und ihn vertrauensvoll zu gehen, Schritt für Schritt. Wer einmal müde wird, darf sich das Ziel ausmalen: das Haus des Vaters, in dem es viele Wohnungen gibt. Und eine wird für uns bereitet sein, ganz gewiss.
Autor / Quelle: Gundula Kühneweg
Beitrag online bis 3.5.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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