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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Wem von uns Christen ist noch bewusst, wie einmalig die Praxis ist, dass die Christen sich – zumindest prinzipiell – gleichberechtigt und gleichzeitig dem Kern ihrer religiösen Praxis, der Eucharistie nähern? Dass Reiche und Arme, dass Alt und Jung, dass Frauen und Männer, dass Einheimische und Fremde an einem Tisch gemeinsam und gleichzeitig ihres gemeinsamen Gottes gedenken und sich zugleich mit ihm und miteinander in einer gemeinsamen Tat vereinen, verdeutlicht einen Kerngedanken, ich möchte sagen, den Kerngedanken des Christentums.

nach Dirk Kaesler




Nur zwei Dinge vermag der Mensch zu wählen, das Opfer oder die Schuld.

Reinhold Schneider

22. Oktober 2006 - 29. Sonntag im Jahreskreis

Sie sagten zu ihm: Lass in deinem reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?

Das Zeichen der Christen ist der Dienst. So sieht es Jesus. Die Jünger sehen es anders. Sie wünschen sich die Herrschaft. Nicht nur die Jünger und Jüngerinnen zur Zeit Jesu. Heute dürfte es ähnlich sein. Wenn wir schon Gottes Willen erfüllen, werden viele denken, dann könnten wir auch etwas davon haben. Geld zum Beispiel. Oder etwas Ruhm. Oder mehr Einfluss. Spätestens jedoch einen guten Platz im Himmel.

Davon träumen in der Bibel schon die Jünger Jakobus und Johannes. Und weil sie mutig sind, fragen sie Jesus direkt: Bitte, lass uns im Himmel neben dir sitzen. Als Jesus ihnen antwortet, werden sie immer mutiger. Ja, sagen sie, wir können, wenn wir müssen, ebenso leiden und standhaft bleiben wie du. Das sind starke Worte. Ich könnte sie nicht sprechen. Jesus weist die beiden aber nicht zurück. Er sagt nur, was er genau weiß: Wer unter euch groß sein will, soll dienen. Das muss genügen. Dienst ist alles. Über Ruhm, Einfluss, Geld oder einen Platz im Himmel entscheidet dann Gott allein. Der Dienst muss uns genügen. Wer sich nicht selbst erhaben dünkt, wird groß. Mit Gottes Hilfe.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Michael Becker

Beitrag online bis 19.11.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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