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 © Helmut Meisl

 Haus Mirjam
Diese Seite als Druckausgabe


Die Sängerin Simone Klebel (Homepage) stellte sich in den Dienst des Hauses und bot mir ihren Gesangsdarbietungen mit jüdischen Liedern musikalische Höhepunkte an diesem Abend.


Wenn das Haus Mirjam ruft, kann auch leicht die "Alte Schmiede" in der Saline "gefüllt" werden. Der Rückhalt des Hauses in der Bevölkerung ist - nicht zuletzt durch 15 Jahre konsequente und glaubwürdige Arbeit für Frauen und Kinder in Not - enorm und macht Hoffnung auch für die Zukunft.


Bürgermeister Dr. Christian Stöckl mit der Leiterin des Hauses Mirjam, Doris Weißenberger. Stöckl nahm auch gleich spontan etliche Exemplare des neuen Büchleins ab: Als "nachhaltiges" Weihnachtsgeschenk für alle Gemeindevertreter.



Frauenhaus Hallein, Haus Mirjam
Postfach 36
5400 Hallein
Tel 06245/80261
Fax: 06245/80261-2
hausmirjam@aon.at

Spendenkonto
Frauenhaus Hallein "Haus Mirjam"
Salzburger Sparkasse BLZ 20404
Konto-Nr. 600 900 7089

Ein Geburtstag der Nächstenliebe

15 Jahre gibt es nun das Halleiner Frauenhaus "Mirjam", das bei seiner Gründung als Ziel ein "Haus der Nächstenliebe" zu sein angab. Ein Ziel, das durchaus als erreicht angesehen werden kann.

Es gibt sie noch, diese berührenden Abende, an denen sich Menschen, die ohenhin schon genug Arbeit zu tragen haben, auch noch auf die Bühne wagen.

Das Team des Hauses "Mirjam" hat sich auf die Bühne gewagt und die vielen Besucher, die der Einladung "15 Jahre Haus Mirjam" gefolgt waren, wurden reich belohnt.

Nach Grußadressen von Hausleiterin Doris Weißenbacher, Bürgermeister Dr. Christian Stöckl und Frau Landtagsabgeordnete Hilde Wanner in Vertretung von LH-Frau Gabi Burgstaller beeindruckte das Team mit der Darstellung der Situationen, so wie sie in diesem Haus nahezu alltäglich sind.




Die vielen Formen der Gewalt
Mit einer erschreckend langen Aufzählung der vielen Formen von Gewalt, die Frauen oft erleiden müssen, begann das Team seine Beiträge und erntete bereits bei diesem Teil Staunen bei den Anwesenden.

Der Alltag im Frauenhaus
Der Hauptpart des Abend bestand in einem Gegenspiel. Die Erfahrungen einer Frau, die in einer Gewaltspirale mit ihren Kindern lebt und schliesslich den Mut zur Flucht hat und zum Haus Mirjam findet, standen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite berichtete das Team des Hauses über die vielen Facetten ihrer Arbeit, über die so überaus wichtigen ganzheitlichen Ansätze, über die wichtige Zusammenarbeit der einzelnen Spezialistinnen von der Psychotherapeutin bis hin zur Hausmanagerin (das Team bescheiden: "nicht mehr und nicht weniger"). Vermutlich erst durch diese - obwohl stark gekürzte - recht lange und präzise Präsentation der vielfältigen Arbeiten wurden erst vielen Besuchern die komplexe und so gut vernetzte Arbeit im Haus Mirjam bewusst. Wie mühsam, schmerzvoll und voller Wagnisse der Zeitraum vom ersten Schritt ins Frauenhaus hin bis zur Wiederaufnahme eines eigenen Haushaltes in eigener Verantwortung sein können, besser hätte man diese "6 Monate im Haus Mirjam" nicht präsentieren können.

Wünsche
Dank der großartigen Unterstützung aus der Bevölkerung, der Hilfe so vieler Professionisten bei den vielen Bauarbeiten, die in den 15 Jahren des Bestandes immer wieder einmal notwendig waren, konnte schon sehr viel geschafft werden.

Nun steht aber ein schon mehrfach verschobener, wichtiger Schritt in Richtung Sicherheit an. Der Eingangsbereich des Hauses bietet gegen gewalttätige Männer keinen ausreichenden Schutz und bedarf einer dringenden Verbesserung. Das Team des Hauses hofft wieder einmal auf die Großzügigkeit der Halleiner Bevölkerung und auf die Unterstützung aus dem Bereich der Professionisten.

Schreibwerkstatt
Ein Baustein für die Finanzierung der notwendigen Sicherheitsarbeiten könnte das druckfrisch herausgegebene Büchleich "Der Weg wird frei" sein. In diesem Büchlein können großartige Texte nachgelesen werden, die im Rahmen einer Schreibwerkstatt mit den Frauen unter der Leitung von Dr. Brita Steinwendtner entstanden sind. In 11 Geschichten haben sich geschlagene Frauen ihr Leid von der Seele geschrieben und damit auch einen Teil ihrer Lebensgeschichte aufgearbeitet. Wer da leichte Lektüre erwaret, wird entäuscht sein, wer denkt, diese 11 Geschichten so einfach ohne sich einzulassen durchlesen zu können, wird ebenfalls rasch merken, dass man bei diesen "Geschichten" allzuoft erschüttert hängen bleibt.

Erhältlich ist das Büchlein zum Preis von voraussichtlich EUR 5,-- zuzüglich Portospesen im Haus Mirjam, Bestellungen sind unter der Mailadresse hausmirjam@aon.at möglich.





Autor / Quelle: Helmut Meisl

Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (24.11.06 - 26.12.06 - ) / 1582 / 731