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2. Dezember 2006 - Toni Krklec, Maler

Heute wird in unserer Kirche der neue Altar geweiht, damit wird die Kirchenrenovierung vorläufig abgeschlossen. Deshalb wird heute einer der fleißigen Arbeiter vorgestellt

Geboren im Juni 1944 in Rogaska, damals Jugoslawien.
Besucht dort die Schule, macht seinen Militärdienst, hat beim Vater seinen Beruf gelernt.
Kommt 1967 nach Österreich und findet eine Anstellung bei der Firma Ladstätter, später bei den Firmen Reyer, Kendlbacher, zuletzt Ebner.
Hat 1972 geheiratet und in Oberalm - Wiestal gewohnt, diesen Haushalt aber jetzt aufgelöst: Mit dem Ausmalen unserer Kirche hat er seine Berufstätigkeit beendet und geht in Pension, zurück nach Rogaska (Slowenien).

Er war schon einmal beim Innenausmalen der Halleiner Kirche dabei: 1979 unter Dechant Rasp, es war damals seine erste Kirche. Für die Diözese hat er öfter gearbeitet: In Maria Kirchenthal, im Dom, EB-Palais, Domherrenhaus, auch die Kirchen in Aigen und Gnigl, sowie Pfarrhöfe in St. Johann, Kleinarl, Wagrain und am Dürrnberg hat er ausgemalt.
Einmal in diesen Jahren war er schwer erkrankt: Ein Anti-Schimmelmittel in der Farbe hat zur Blutvergiftung geführt, er war 14 Tage im Spital und verlor 10 Kilo Gewicht.
Seit 1976 hat er die österr. Staatsbürgerschaft.
Er hat vor, im Ruhestand mit seiner Frau nach Rogaska zurückzukehren, sie haben dort ein Haus errichtet: Sie haben sich hier nie viel gegönnt und immer bescheiden gelebt, und sind natürlich oftmals hingefahren, um dort am Bau weiterzuarbeiten.
Hat er jemals etwas von Ausländer-Diskriminierung erlebt? - Bei uns kaum, meint er, eher ist man früher in Jugoslawien als Slowene diskriminiert worden, wo man bei jedem Grenzübertritt barsch auf Serbisch angeredet worden ist.
Was wünscht er sich für die Zukunft?
Er freut sich darauf, im Garten zu arbeiten, seine Töchter und Freunde zu besuchen, und für gute Zwecke da und dort mitzuarbeiten. Wünscht sich sehr, gesund zu bleiben, und den Kontakt mit alten Freunden aufrecht zu erhalten. Er meint, dass er erst lernen muss, die „neue Freiheit“ richtig zu gebrauchen und einzuteilen: Er interessiert sich für neue Techniken und wird sich einen Computer anschaffen.
War immer katholisch, seine zwei Töchter sind in Hallein getauft worden. Er meint, die Kirche sollte mehr mit der Zeit gehen: Es kommt ihm seltsam vor, heute zu leben und altertümliche Vorschriften aus früheren Zeiten einhalten zu sollen. Jeder sollte sich auch trauen, offener zu reden: „Die Leute haben zu viel Respekt! Reden darf man über alles!“ Viele Leute, vor allem Jüngere, kommen nicht mehr in die Kirche, weil es ihnen dort zu konservativ zugeht. -

Danke für Deine saubere Arbeit, Toni, und Deine Freundlichkeit!
Alles Gute und Gottes Segen!





Autor / Quelle: Wilfried Kaaser - Pastoralassistent

Beitrag online bis 1.12.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (1.12.06 - 01.12.06 - ) / 1594 / 385