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10. Dezember 2006 - Familie Kipman

Familie Kipman, das sind Bernhard und Ulli, Felix, Nicole und Filip. Aufgefallen sind sie mit ihrer Hochzeit am 3. 6. 2006, zugleich mit der Taufe ihrer drei Kinder - „ein sehr effektives Fest!“ wie Bernie meint.

Wer bei ihnen an der Tür läutet, hört zuerst Hundegebell (sie haben zwei schöne Collies), dann Kinderstimmen, dann die sonore Stimme des Papas, der aufsperrt - gleich fühlt man sich sehr heimisch. Dieses Haus bedeutet großes Glück: Viel Platz, ein schöner Garten, und die Miete erschwinglich, wegen der Eisenbahn und einer Fabrik direkt daneben.

Bernie, geb. 1971 in Anthering, macht 1990 Matura am Musischen Gymnasium in Salzburg, studiert Biologie und betreut dabei seinen Großvater. Macht sich selbständig ab 1999 mit der Firma „Früchtchen“, die Fruchtdrinks herstellt - dabei hat er auch seine Frau kennengelernt, als gute Kundin. Er spielt Saxophon und Klarinette (z. B. im Ballaststoff-Orchester und in der Band Fun-tastic). Sie bekommen drei Kinder, aber die letzten Jahre waren anstrengend: Die Kinder waren bei einer Tagesmutter und den Großeltern versorgt. Das Familienleben ist ihm wichtig, deshalb wird er ab August 2006 beim TEZ „Tagesvater“: Er versorgt neben seinen eigenen auch die Kinder anderer Familien.

Ulli, geb. 1980 in Salzburg, besucht eine technische Schule in Bayern, Matura 1999. Sie studiert in Salzburg Psychologie, Jus und Mathematik, macht die Ausbildung zur Arbeitspsychologin und zur klinischen- und Gesundheitspsychologin, und bekommt in dieser Zeit Felix, Nicole und Filip. Sie erwirbt ein Doktorat in Pädagogik und Jus, betreibt eine Psychologische Praxis speziell für psych. Diagnostik und eine Statistikfirma: „Für jedes Studium einen Job!“ Sie ist Vorstand der Salzburger Psychologen und macht derzeit das Gerichtspraktikum in Salzburg.

Sollte man nicht annehmen, Familie Kipman sei wunschlos glücklich?
Das sind sie leider nicht, so sehr man es ihnen gönnen möchte.

Gefragt nach ihren Erwartungen und Hoffnungen sprudelt es richtig hervor:
„Dass die Gesellschaft umdenkt! Dass man seine Kinder nicht mehr verheimlichen muss, wenn man sich um eine Stellung bewerben möchte. Dass man nicht als Sozialschmarotzer hingestellt wird, der von der Kinderbeihilfe lebt. Dass man nach seiner Leistung und seinem Können beurteilt wird, nicht nach seinen Beziehungen und Seilschaften, die einem weiterhelfen. Dass man nicht Dinge hören muss wie: Selbst schuld, wenn Sie einen Mann heiraten, der nichts Gescheites gelernt hat!“

Ulli Kipman hat tatsächlich große Schwierigkeiten, eine Stellung zu finden, wenn das Praktikum ausläuft. Viele Vorstellungsgespräche verlaufen gut – bis zur Frage nach den Kindern.

Ulli ist stolz auf ihren Mann, der als „Tagesvater“ arbeitet. Die Einrichtung der Tageseltern wird vom Tageselternzentrum betreut, es gibt etwa 160 Tagesmütter und 3 Tagesväter. Derzeit ist er noch in Ausbildung und besucht Kurse, aber er betreut schon zwei Tageskinder, zusätzlich zu seinen eigenen. So fallen keine Kosten für zusätzliche Kinderbetreuung an.
Er macht es, weil er „sich an sich selbst orientieren und immer tun möchte, was einem am besten liegt!“ Er tut es sehr gerne und hat schon viele positive Erfahrungen mit den Kindergruppen gemacht.
„Eine Familie mit Kindern ist ein Geschenk“ - das möchte Familie Kipman gerne an viele andere weitergeben!





Autor / Quelle: Wilfried Kaaser - Pastoralassistent

Beitrag online bis 9.12.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (9.12.06 - 09.12.06 - ) / 1609 / 475