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Wolfgang Brudl stapft die Stufen zur Kirche hinauf
Zuhause
Er hat gelobt, eine Kapelle zu Ehren des Hl. Antonius zu bauen. Heuer im Herbst ist der Dachstuhl aufgesetzt worden
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11. Dezember 2006 - Wolfgang Brudl
Herr Brudl stapft die Stufen zum Kircheneingang empor. Ein gewohnter Anblick in Hallein: Er geht oft und gern in die Kirche. Aber dass er diesen Weg gehen kann, ist für ihn ein Wunder und er wird nicht müde, davon zu erzählen.
Geboren 1946, besucht die Lehrerbildungsanstalt in Salzburg und wird Lehrer: Zuerst an kleinen Volksschulen, dann 18 Jahre an der Hauptschule Hallein-Neualm, wo er Deutsch, Geographie und Biologie unterrichtet. Durch seinen Beruf ist sein Interesse an Pflanzen, besonders Heilpflanzen groß, er nimmt an vielen Exkursionen teil und lernt die Mittelmeerländer und die griechisch-römische Welt kennen.
Er heiratet 1970 und sie haben vier Kinder: Wolfgang, Johannes, Helmut und Franz.
Im Februar 1997 beteiligt er sich an einer Fahrt nach Südafrika: Zwei Söhne, ein Freund und er fahren in einem Mietwagen durch die Transkei. Er sitzt auf dem Rücksitz, und bei einem Stau kracht ein Auto hinten auf ihres drauf. Er kann nicht mehr atmen und nichts mehr fühlen. Zum Glück, oder aus „Fügung“, wie er meint, ist Rettung rasch zur Stelle: Die Autotür wird aufgebogen, er wird aus dem Auto gehoben, beatmet, und in einem Rettungsauto in die nächste Stadt East London in das kleine St.-Dominics-Hospital gebracht. Der 2. Halswirbel gesprengt, der 3. und 4. gebrochen - inkomplette Querschnittslähmung durch Verletzung des Rückenmarks.
Seine Erinnerung an diese Zeit ist bruchstückhaft: Die Erleichterung: Eine weiße Schwester namens Maria: „Grüß Gott, ich bin aus der Steiermark, hier mit einem Arzt verheiratet - kann ich Ihnen helfen?“ - Ein Traum: „Ich fall´ ins Bodenlose, lande auf einer Wiese, steh´ an einem Tor und schau´ in ein helles Licht wie die Sonne: Soll ich da hinübergehen oder zurück zur Familie? Nein, ich geh´ da nicht hinüber!“ Eine Krankensalbung durch einen Geistlichen der lutherisch-reformierten Kirche, später die Kommunion von einem katholischen Priester. „Nur ein Brösel der Hostie auf der Zunge, ich hab ja nicht schlucken können - aber dieses Glücksgefühl!“ Der Priester sagt ihm: „Sie kommen wieder heim - Ihnen hat der liebe Gott gern!“ Glücklicherweise (oder aus Fügung) hat er eine Rückholversicherung abgeschlossen: So wird er mit der Flugambulanz ins UKH Salzburg überstellt, sonst absolut außerhalb der finanziellen Möglichkeiten.
Gemischte Gefühle bei der Erinnerung an die Zeit im UKH. Ein Primar meint einmal: „Gehen wird er nicht mehr können - ein klarer Fall für den Rollstuhl.“ Schwere Überlegung, ob er einer weiteren Operation zustimmen soll. Gebet zu einem Kreuz über dem Bett: „Lieber Gott, nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine!“ Dann Rehabilitation in Bad Häring. Therapien, und starker Wille zur Wiederherstellung. Nach 14 Tagen bewegt er die rechte Hand, nach 5 Wochen die linke… Nach 4 Monaten kann er heimkehren. Er verzichtet weitgehend auf Tabletten und Medikamente, vertraut auf die Heilkräfte der Natur und Homöopathie. „Mein Leben ist in Gottes Hand! In seine Hand hab´ ich mich begeben. Die Gaben des Geistes bringen Leben und Heilung!“ Es geht ihm besser und besser. Dr. Längauer in Hallein bezeichnet seine Wiederherstellung als medizinisches Wunder. Er hält Vorträge und spricht viel über seine Erfahrungen.
Seine Wünsche und Hoffnungen für alle: „Sich nicht gehen lassen, aktiv bleiben! Es geht allerweil noch etwas! Sich nicht entmutigen lassen durch Schwarzseher. Betrachte dein Leben als Prüfung und versuche, sie möglichst gut zu bestehen. Und sei geborgen in Gottes guter Hand!“
Autor / Quelle: Wilfried Kaaser - Pastoralassistent
Beitrag online bis 10.12.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (10.12.06 - 10.12.06 - ) / 1612 / 516
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