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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Gott kommt in die Welt - was ändert´s?

Gott kommt in die Welt, aber er kommt eben nicht als mächtiger Herrscher, als bedeutender Politiker, als einflussreicher Manager oder als umjubelter Filmstar. Auch nicht als bedeutender Kirchenmann oder als hoch gelehrter Professor. Gott kommt als kleines, hilfloses Baby auf diese Welt. Aber was soll sich durch ein Kind schon ändern?

Liebe Gemeindeglieder – darauf warten wir in der Adventszeit. Gott kommt in die Welt – das feiern wir zu Weihnachten. Aber was ändert sich dadurch – für mich, für diese Welt?

Das Titelbild unseres letzten Gemeindebriefes, das ein Bild der Künstlerin Christel Holl zeigt, weist uns den Weg. Mitten in einer normalen Nacht, irgendwo in einer Stadt auf dieser Erde, leuchtet ein großes Licht auf. Es vertreibt die Finsternis, zerteilt die Dunkelheit, erfüllt den Himmel – und senkt sich zur Erde. Das Licht erhellt die Häuser. Und im Mittelpunkt strahlt ein kleines Haus auf, in dem ein in Windeln gewickeltes Kind liegt, das seine Arme ausbreitet. Es ist Jesus, das Kind in der Krippe und der Mann am Kreuz.

Gott kommt in die Welt, aber er kommt eben nicht als mächtiger Herrscher, als bedeutender Politiker, als einflussreicher Manager oder als umjubelter Filmstar. Auch nicht als bedeutender Kirchenmann oder als hoch gelehrter Professor. Gott kommt als kleines, hilfloses Baby auf diese Welt. Aber was soll sich durch ein Kind schon ändern?

Die Veränderung fängt im Kleinen an, beginnt bei mir selber. Man sieht es bei den Menschen auf dem Bild: sie fassen einander an den Händen, sie umarmen, lieben und küssen sich. Einer legt dem anderen den Kopf auf die Schulter, um Trost und Geborgenheit zu finden. Und eine Frau wiegt
liebevoll ihr Kind. Ganz normal – und doch Zeichen für die Veränderung: Menschen, die vom Licht Gottes erfüllt sind, gehen anders mit sich und ihren Mitmenschen um. Sie achten und respektieren den anderen statt ihn auszulachen oder gar nicht zu beachten. Sie hören einander zu, jeder
hat seinen Platz und ist wichtig.
Diese Veränderung bewirkt das Licht, das Geschenk, das Gott mir an Weihnachten macht. Gottes Licht scheint in meine Dunkelheiten, da wo es mir schlecht geht, wo ich verzweifelt, niedergeschlagen und traurig bin. Gott will mir neuen Mut, neue Kraft, Freude und Trost schenken. Gott nimmt mich ernst. Gott will mich begleiten auf meinem Weg. Er ist der Immanuel, der „Gott mit uns“. Das ist das eigentliche Geschenk der Weihnacht. Da entsteht Friede und Zufriedenheit.

Und dadurch ändert sich nicht nur etwas in meinem Leben und in meinem persönlichen Umfeld, sondern auch in dieser Welt. Denn seit der Geburt von Jesus im Stall von Bethlehem, seit der Verkündigung
an die verachteten Hirten auf dem Felde, gelten andere Maßstäbe. Es zählt nicht nur Reichtum, Schönheit und Macht, sondern der Arme und Schwache ist bei Gott genauso wichtig. Von dieser neuen Welt Gottes sehe ich manchmal noch nicht so viel, aber ich hoffe und vertraue, dass sich diese anderen Maßstäbe, dass sich Liebe und Frieden durchsetzenwerden. Denn wie auch immer, Gottes Licht ist schon da, so wie es Jochen Klepper in seinem Adventlied ausdrückt:

„Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und –schuld.
Doch wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.“ (EG 16,4)


In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Weihnachtsfest, an dem das Licht und die Veränderung Gottes spürbar werden.





Autor / Quelle: Pfarrer Dr. Peter Gabriel (evangelische Gemeinde)

Beitrag online bis 7.1.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (12.12.06 - 26.12.06 - ) / 1614 / 429