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 © Helmut Meisl

 Adventkalender
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15. Dezember 2006 - Polizeiinspektion Hallein

Wie kommt man auf die Idee, die Polizei in Hallein nach einem Beitrag für den Adventkalender zu fragen? Es war im Oktober, Verkehrskontrolle an der Bundesstraße Süd.

„Führerschein, Zulassung, und 35 Euro - Sie wissen eh warum!“ „Ja, ich weiß - ich war nicht angeschnallt. Es tut mir wirklich leid, normalerweise mach ich das schon, aber ich bin von der Pfarre und unterwegs, um unsere Pfarrbriefe auszuteilen - und weil ich da immer nur kurz von einem Haus zum nächsten fahre, ist es mir nicht dafürgestanden, mich anzuschnallen.“ „So, von der Pfarre sind Sie - sind Sie der Pfarrer?“ „Nein, der Pastoralassistent; nicht der Pfarrer. Ich bring die Pfarrbriefe zu unseren Verteilern.“ „Aha. Dann werden wir es diesmal mit einer Abmahnung gut sein lassen, aber schnallen Sie sich in Zukunft an, auch bei kurzen Strecken.“

Ich bedanke mich und gebe Bezirksinspektor Schulter auch ein paar Pfarrbriefe, die er gern annimmt. Ich bin froh und denke mir: Bei der Polizei sind interessante, freundliche Beamte. Man sollte sie näher kennenlernen!

Bei einem Gespräch in der Dienststelle mit Chefinspektor Herbert Scheuringer und Bezirksinspektor Wolfgang Scheuringer bestätigt sich dieser Eindruck. Die Polizisten betrachten ihre Arbeit als Dienst an der Gesellschaft: Im Vordergrund steht für sie nicht, Strafen zu verteilen, sondern sie sehen ihren Dienst als Hilfe für ein friedliches, menschliches Zusammenleben. Ihre Hoffnungen und Wünsche gehen dahin, dass mehr Respekt vor den Menschen und vor fremdem Eigentum bestehen sollte. Mehr Respekt bedeutet mehr Zufriedenheit und besseres Zusammenleben.

Viele Probleme bei Jugendlichen kommen daher, dass sie zwar hohe Erwartungen entwickeln, aber den Weg nicht finden, diese in Realität umzusetzen. Vieles könnte man durch die Familie und durch eine gute Beziehung zur Natur mitbekommen, aber viele Eltern wälzen die Erziehungsaufgabe ab und überlassen ihre Kinder dem Computer.

Chefinspektor Scheuringer betrachtet sich als „realistischen Optimisten“: es gibt in diesem Beruf viele positive Aspekte. Besonders gern denkt er an die Verkehrserziehung an den Schulen. Realistischerweise gibt es aber bei fast jedem positiven Aspekt auch einen negativen: Wird z. B. im Verkehr ein Schaden verursacht und dies aufgeklärt, freut sich zwar der Geschädigte und kommt zu seinem Recht, der Verursacher jedoch ist erzürnt und verärgert - er wird bestraft und muss den Schaden ersetzen.

Für sich selbst wünschen sich die Beamten Gesundheit, Zufriedenheit, der Welt offen begegnen zu können, und auch selbst immer etwas beitragen und leisten zu können. „Es ist wichtig, dass man lernt, in sich hineinzuhorchen: Was will ich, was macht mich zufrieden?“

Sie stehen der Kirche positiv gegenüber: Auch diese will die Menschen ansprechen, den Zusammenhalt der Menschen fördern und ihnen ein gutes, menschenwürdiges Leben ermöglichen.





Autor / Quelle: Wilfried Kaaser - Pastoralassistent

Beitrag online bis 14.12.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (14.12.06 - 14.12.06 - ) / 1617 / 403