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Arbeit in der Werkstätte


Peter und Andreas


Christine Hamernik

19. Dezember 2006 - Lebenshilfe Salzburg - Werkstätte Hallein

Derzeit wird fleißig gearbeitet: Die Aufträge der Firmen müssen fertiggestellt werden, die ihre Weihnachtsgeschenke vorbereiten und verpacken lassen.

Die Leiterin, Doris Baumgartner, erklärt, dass es sich hier keineswegs um Beschäftigungstherapie oder Zeitvertreib handelt: „Die Arbeit schenkt Selbstwert und Selbstvertrauen. Die Arbeit wird für jede Woche eingeteilt, jeder weiß, was zu tun ist. Wir leisten etwas Produktives. Der Teil an Arbeitsleistung, der jedem möglich ist, soll erbracht werden.“ Sie arbeiten gern: An einer Tafel ist zu sehen, dass sie meistens gute Tage haben - das lachende Gesicht ist viel öfter zu sehen, als das grantige.

Herbert, ein Halleiner, 39 Jahre alt, schneidet die Bänder für die Geschenke zu. Er arbeitet besonders gern beim Marmelade machen und ist dabei ganz selbständig. Die Marmelade ist ein spezielles Produkt der Werkstätte und wird auch an einem Stand in Hallein verkauft. Einen besonderen Wunsch hat er: einen Anhänger, ein Medaillon für seine Halskette.

Peter ist aus Adnet. Mir wird bewusst, wie kompliziert unsere deutsche Sprache ist: „Sechsundzwanzig“ ist für ihn schwer zu formulieren; aber ein Kollege hilft aus: „Zwei und sechs!“ da wird es klar: Er ist 26 Jahre alt. Manchmal geht’s ihm gut, manchmal weniger. Aber wenn es nicht gut geht, dann kann er sich auch zurückziehen und ausruhen.

Andreas ist aus Kuchl. Mit dem Papa versteht er sich sehr gut. Und sie haben zu Hause einen Hund: „Winnetou“, den hat er gern. Er arbeitet gern, solange es ruhig und überschaubar ist. Als ich mich verabschiede, vertraut er mir ein Geheimnis an: Er hat eine Freundin! Sie ist sehr schön, und sie singt sehr gut, und sie ist immer bei ihm.

Gerald aus Salzburg ist 41 Jahre alt und wohnt im betreuten Wohnhaus der Lebenshilfe. Er arbeitet mit beim Einpacken, „Kübel kleben“ (Etiketten auf die Behälter), und Marmelade machen. Wirklich Freude hat er am „Musik machen mit der Christine“ drüben im Wohnhaus.

Christine Hamernik ist Dipl. Behindertenpädagogin und arbeitet gerne an dieser Stelle. „Man kann diese Arbeit nicht machen, wenn man glaubt, man muss den anderen helfen. Wir behandeln unsere Leute wie Erwachsene, die ihre Einschränkungen haben. Würde und Respekt muss jedem Menschen entgegengebracht werden!“





Autor / Quelle: Wilfried Kaaser - Pastoralassistent

Beitrag online bis 18.12.2006 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (18.12.06 - 18.12.06 - ) / 1623 / 463