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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe


Komm Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz (!) der Kinder dein,
die deine Macht (!) erschaffen hat,
erfülle (!) nun mit deiner Gnad.





Der Heilige Geist ist keine Zimmerlinde ...

13.05.2002: ... vielmehr vergleicht die Schrift ihn mit dem Winde (Kurt Marti).

Was der Dicherpfarrer Kurt Marti kalauerhaft ausrückt, wird wenigstens einmal im Jahr zu Pfingsten auch von anderen Predigern aufgegriffen. An den biblischen Wörtern für Geisthauch und pneuma haften die Bedeutungen "Atem", "Hauch", "Wind", Bewegung also und Leben. Alle Versuche, den Geist in Begriffen einzufangen, seiner habhaft zu werden, ihn zu domestizieren (vgl. "Zimmerlinde"), sind wie das Haschen nach Wind. Gottes Geist kann nicht eingefangen werden, er kann auch nicht verwaltet werden.

Der Geist weht in die Weite, ins Offene hinaus, ebenso weht er aus der Weite und aus dem Offenen zu uns her. Das macht manche misstrauisch, weil sie meinen, Welt und Kirche bereits bestens eingerichtet und gestaltet zu haben; da könnte Gottes Hl. Geist das Erreichte ja stören und in Frage stellen. Und die Geistvollen und Kreativen auf den anderen Seite verwechseln immer wieder den eigenen Geist mit dem Wehen des Hl. Geistes.

Beide Seiten könnten sich treffen in den Bitten des uralten und doch so aktuellen Pfingstgebetes (siehe linke Spalte).

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes und geisterfüllte Pfingstfest!





Autor / Quelle: Pfarrer Johann Schreilechner

Beitrag online bis 30.5.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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