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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Abschied nehmen, das ist eigentlich der Inhalt des Lebens.

(Hermann Pohlmeier)


Wenn wir alle einer in Christus sind, wie können wir es dann zulassen, dass einige ein volles, rundes, überschäumendes Leben haben, während die Mehrzahl, die große Mehrzahl, sich mit Resten vom Leben, mit einem Unterleben zufrieden geben muss?

(Dom Helder Camara)

7. Sonntag der Osterzeit

10.05.2002: Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.

„Was einer ist, was einer war – am Ende wird es offenbar!“ Dieses Sprichwort trifft heute auf Jesus zu. Denn er ahnt, dass das Ende seines irdischen Lebens unausweichlich auf ihn zukommt. Es wird Zeit, sich vom Erdenleben zu verabschieden. Beim Abschiednehmen, so kennen wir es, kommt es auf das Wesentliche an: So legt er im Gespräch mit Gott, seinem Vater, umfassend Rechenschaft über sein Erdenleben ab. Satz für Satz offenbart er sein Wirken und zieht Schlussbilanz. Er bedankt sich für das Vertrauen, das ihm sein Vater geschenkt hat. – Und auch für die Macht, die er hatte, damit er den Menschen die Frohe Botschaft verkünden konnte. Beim Verabschieden wird oft deutlich, worauf es wirklich ankommt. Wohl deshalb erinnert sich Jesus besonders an die, mit denen er zusammen lebte und die er liebgewonnen hat. Um ihre Zukunft, nicht um seine, macht er sich Gedanken. Wie in einem Testament versucht er, für sie über den Tod hinaus vorzusorgen. Bittend und flehend wendet er sich an seinen Vater. Denn er weiß, dass wir Menschen nach seinem Fortgehen noch eine Kraft brauchen, die unseren Glauben stärkt.




Autor / Quelle: Peter Schott

Beitrag online bis 16.5.2002 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
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