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Wo Menschen sich in ihrer Armut erkennen, wo sie entdecken, dass sie nicht viel in Händen haben – da fangen sie an, ihr Lebensvertrauen ganz und gar auf Gott zu setzen und machen dabei den großen Fang. Er beginnt mit einer Erkenntnis: dass ich das, was ich habe und bin, nicht mir selbst verdanke, sondern geschenkt bekomme.
Menschen, die ihre Hoffnung gerade nicht auf sich selbst setzen, können für andere zum Hoffnungsträger werden.
Andreas Lange
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4. Februar 2007 - 5. Sonntag im Jahreskreis
Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten.
„Es ist Unsinn, sagt die Vernunft. Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht. Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.“
Petrus hätte dieses Gedicht von Erich Fried wahrscheinlich gern zitiert, als ihn der fremde Prediger im Boot aufforderte, noch mal die Netze auszuwerfen. Die ganze Nacht hat der erfahrene Fischer umsonst geschuftet, ist todmüde und hat resigniert. Da helfen keine klugen Ratschläge: Tagsüber fängt man keine Fische, das weiß doch jeder.
Oft entdecken wir uns in diesem Petrus wieder: Stundenlang an der mitreißenden Predigt gefeilt, liebevoll den Kindergottesdienst vorbereitet. Fleißig Einladungen zum Pfarrkaffee verteilt. Und dann bleiben die Netze, sprich die Kirchenbänke leer. Was bringt das, im Betriebsrat für andere den Kopf hinzuhalten? Die alte Dame bleibt bei ihren Vorurteilen, da kann man noch so reden. Hat doch alles keinen Zweck … Der Frust des Petrus kommt uns bekannt vor. Wir formulieren ihn auch jeden zweiten Tag. Aber vielleicht können wir auch den nächsten Satz des künftigen Menschenfischers wagen: „Weil du es sagst, probiere ich es noch mal.“ Wer weiß – vielleicht stehen wir dann ganz überwältigt vor Gottes Großzügigkeit?
Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Christina Bramkamp
Beitrag online bis 1.3.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (1.2.07 - 08.02.07 - ) / 1675 / 195
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