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 © Helmut Meisl

 Fastenaktion
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GERECHTIGKEIT unser, führe uns nicht in Versuchung

5. Abend der Fastenaktion 2007
Dienstag, 27. März 2007 um 20 Uhr
Pfarrsaal Rehhof


Was hat Gerechtigkeit mit der Bitte „und führe uns nicht in Versuchung“ zu tun? Es ist schwer den inneren Zusammenhang zu erkennen. Das Wort Gerechtigkeit hat einen hohen Klang, gleichzeitig aber auch einen tragischen. Romano Guardini sagt dazu: „Schöne Leidenschaft hat sich an ihm entzündet, edelste Großmut ist um der Gerechtigkeit geübt worden – aber an wie viel Unrecht erinnert es auch; an wie viel Zerstörung und Leid“. Die ganze Geschichte der Menschheit könnte man unter der Überschrift erzählen „Der Kampf um die Gerechtigkeit“. So kann das Streben nach Gerechtigkeit auch die große Versuchung des Menschen gesehen werden. Die Vater-Unser-Bitte würde dann zum Ausdruck bringen: bewahre uns Herr vor einer solchen Versuchung.

Gerechtigkeit als ethische Forderung
Gerechtigkeit ist eine urmenschliche Gegebenheit. Nur der Mensch kann gerecht sein und gerecht handeln, weil nur er über sein Sein und sein Handeln nachdenken kann und nur er über sich Rechenschaft ablegen kann.
Ist diese Ordnung erreichbar? Wie viel Unrecht geschieht doch auch im Namen der Gerechtigkeit.

Gerechtigkeit vor Gott
Die Botschaft der Bibel bietet uns einen Ausweg aus diesem Dilemma. Nicht mehr bloß das menschliche Tun, das rechte Verhalten des Menschen führen zur Gerechtigkeit, sondern Gottes Tun schafft Gerechtigkeit. Vor Gott ist der gerecht, der diesen Hoheitsanspruch Gottes nicht antastet.

Und führe uns nicht in Versuchung
Worin besteht die große Versuchung des Menschen? Im Alten Testament wird uns die Versuchung des Menschen in mehrfacher Weise vor Augen geführt: im Sündenfall (sein wollen wie Gott), im Vertrauen auf irdische Werte, in einer selbstgerechten Haltung (Pharisäer). Im Neuen Testament erkennen wir in der Versuchung Jesu, worin diese besteht: im Vertrauen auf Macht (alles soll dir gehören), in einem übertriebenen Gottvertrauen (dir kann nichts geschehen), in der Bereitschaft zur Mitarbeit mit dem Bösen (Pakt mit dem Teufel).

Im Vaterunser bitten wir: führe uns nicht in diese Versuchung.





Autor / Quelle: Erzabt Edmund Wagenhofer OSB, Stift St. Peter, Salzburg

Beitrag online bis 31.12.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (19.3.07 - 27.03.07 - ) / 1747 / 637