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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
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Intensivstation des Glaubens

Der Tod des eigenen Kindes, eine lebensbedrohliche Krankheit, aber auch vieles andere kann auch zur Intensivstation unseres Glaubens werden. Da wird das, was uns bisher getragen hat, infrage gestellt; da zeigt das Glaubensfundament, auf dem wir stehen, Risse. Sich dann selbst zu heilen, ist nicht möglich. Wir können vorbeugen, indem wir engen Kontakt zu Jesus halten, versuchen, seinem Wort und Wirken zu vertrauen. Zum Beispiel der Geschichte von der Auferweckung des Jünglings von Nain. Dennoch kann es zur Krise kommen. Dann dürfen wir uns ganz Gott im Gebet anvertrauen. Auch mit allen Zweifeln und Unsicherheiten. Gott wird es hören. Denn er hat bis in den Tod hinein unser Schicksal zu seinem Schicksal gemacht.





10. Juni 2007 - 10. Juni im Jahreskreis

Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! Dann ging er zu der Bahre hin und fasste sie an. Die Träger blieben stehen und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf! Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen.

Das mach ich mal!
Bibelwort: Lukas 7,11-17

„Gott hat sich seines Volkes angenommen.“ – Was ist denn daran so staunenswert? Ist es nicht ohnehin eine Selbstverständlichkeit, dass Gott 24 Stunden am Tag für uns zuständig ist, immer abrufbar ist und immer unser Wohl im Sinn hat? Ja. Und nein. Selbstverständlich ist Gott die Liebe, die Aufmerksamkeit, das Leben schlechthin, und seine große Leidenschaft gilt unserem Glück und dem Glück dieser Welt. Und doch ist es gut und weise, Gottes Leidenschaft für seine Welt nicht als selbstverständlich anzunehmen. Ihn nicht einfach zu zähmen und zum immer „lieben“ Gott zu machen. Gott ist größer und anders als wir denken. Vielleicht war er in der Geschichte allzu groß und allzu weit weg und allzu beängstigend, sodass er – als Gegenreaktion gleichsam – in den letzten Jahrzehnten allzu „handzahm“ dargestellt und vorgestellt wurde.

Ich möchte nicht mehr zurück in die Zeiten der alten, Furcht erregenden Theologie und Spiritualität, aber ich glaube doch, dass es wichtig ist, Gott Gott sein zu lassen. Unprogrammierbar, unfassbar, immer größer als unser kleiner Verstand und unser oft ängstliches Herz ihn sich vorstellen können.
„Gott hat sich seines Volkes angenommen.“ – Ich versuche in dieser Woche, aufmerksam-wartend zu sein für die „Besuche“ Gottes in dieser Welt, in der großen und in meiner kleinen. Und vielleicht kommt dann auch etwas neu zum Leben, so wie der Jüngling von Nain.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Christine Rod MC

Beitrag online bis 7.7.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (7.6.07 - 14.06.07 - ) / 1809 / 213