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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Jesus erkennt Zachäus

Seine Augen sehen mehr. Sie sehen vom Himmel her. Sie bleiben nicht stehen bei dem, was ein Mensch ist, sondern sehen, was er braucht und was aus ihm werden kann. Und so ist Jesus so frei, den einen, der materiell gut versorgt ist, auszusuchen. Er erkennt ihn als den besonders Bedürftigen. Er sucht den, der sich seiner Verlorenheit bewusst ist und sich nichts mehr vormacht. So befreit er Zachäus aus seinem Lebenslabyrinth. „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“





24. Juni 2007 - 3. Sonntag nach Trinitatis V

Seine Augen sehen mehr. Sie sehen vom Himmel her. Sie bleiben nicht stehen bei dem, was ein Mensch ist, sondern sehen, was er braucht und was aus ihm werden kann.

Das mach ich mal!
Bibelwort: Lukas 19,1-10

Die ARD brachte eine Reportage über die ökumenische Gemeinschaft in Taizé. Äußerlich hat sich einiges verändert, seit ich selber eine Woche am Leben in Taizé teilnahm. Was aber über die Ordnung der Gebetszeiten berichtet wurde, über die Gesprächsbereitschaft und Gemeinschaft mit Menschen aus aller Herren Länder, die offensichtlich an keiner Sprachbarriere, an keiner Konfessionszugehörigkeit scheitert, das deckte sich mit meiner Erfahrung. Selten war es mir in jungen Jahren möglich, über meinen Glauben, über Zweifel und Fragen zum geistlichen Leben zu reden, nie zuvor hatte ich andere über ihren Glauben und ihr Angefochtensein so offen sprechen hören wie in Taizé. Nein, nicht in Foren, nur zu dritt, zu viert und in wildem Sprachenmix. Im Rückblick war Taizé für mich so etwas wie der Baum, auf den Zachäus kletterte, um Jesus zu sehen. Es sollte nicht beim Zuschauen bleiben, sondern zur persönlichen Begegnung kommen, die das weitere Leben beeinflusste. Daran erinnerte ich mich wieder durch die Fernsehsendung – und an konkrete Menschen, die heute auf der Suche sind, sich aber nicht in die erste Reihe trauen oder zurückgedrängt, nicht ernst genommen werden. Ihre Fragen, manchmal eine Randbemerkung, erweisen sich als Bäume, auf die ihre Sehnsucht sie getrieben hat und aus denen sie einen Blick riskieren. Jesus sprach den Menschen im Baum einfach an. Das könnte ich eigentlich auch mal tun. Begegnung ist oft leichter möglich, als man denkt.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Gundula Kühneweg

Beitrag online bis 5.7.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (21.6.07 - 28.06.07 - ) / 1817 / 836