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35 Jahre Arbeitskreis - Vadipatty - eine Erfolgsstory
Von allen Seiten kommen sie am Morgen daher, über 900 sind es derzeit, die die Halleiner Schule in Vadipatty besuchen.
Kurzfassung
- 1990 Grundkauf für eine Grundschule (4 Klassen) und Baubeginn – Unterrichtsaufnahme in Strohhütten.
Schule war für 200 Schüler konzipiert
- 1998 Arbeitskreis beschließt den Vollausbau der Schule auf eine 10-klassige High-School zu finanzieren.
Derzeit über 900 Schüler!
- 2007 Erneuerung und Vergrößerung der sanitären Anlagen
Trennung der Grundschule von der High-School durch Bau eines weiteren Gebäudes. Bau und Betrieb der Schule durch den indischen Laienorden „Brothers of the Sacred Heart of Jesus“ Erfolgsquote beim Schulabschluss nahezu 100%, bei staatlichen Schulen 30-40% Schulbesucher: Über 90 % Dalits, das sind kastenlose Landarbeiter, die zu den am meisten ausgebeuteten Menschen Indiens zählen – nahezu 100 % Hindhus. Schüler: ca. 50% Mädchen, 50% Buben
Der Anspruch auf Bildung resultiert schließlich auch aus dem „Vater Unser“, denn die Bitte „unser täglich Brot gib uns heute“, schließt auch den Bildungsanspruch der Dalitskinder mit ein. Mit der Schule geht es nicht um Bekehrungen, sondern darum als Christen „Salz der Erde“ zu sein.
Die Erfolgsstory Halleiner Schule im Detail
Von allen Seiten kommen sie am Morgen daher, über 900 sind es derzeit, die die Halleiner Schule in Vadipatty besuchen. Auf dem einstigen Brachland stehen jetzt die 4 sauberen Gebäude der Primary-School* und der High-School**. Vor 18 Jahren, als die Idee einer Schule in Vadipatty geboren wurde, hätte niemand gedacht, welch stürmische Entwicklung es geben, welche Anerkennung, welchen Zulauf diese Schule, haben wird. Es ist eine Schule in der Mädchen und Buben gleichermaßen vertreten sind und die überwiegend von Dalits (Kastenlosen, Unberührbaren) besucht wird.
Pt. Ritz selbst fühlte sich zu alt, um dieses Projekt zu realisieren und es später auch zu betreiben. Er übergab den Auftrag für den Schulbau an den Laienorden „Brothers of the Sacred Heart of Jesus“, einen Orden, der sich vornehmlich dem Schulwesen, der Betreuung von Waisen und alten Menschen widmet.
Der Grundkauf (Brachland mit Dornensträuchern) erfolgt bereits 1990. Die Schule war zunächst für 200 Schüler gedacht. Zunächst fand der Unterricht der ersten Klassen in einer Strohhütte statt. 1998 beschloss der Arbeitskreis die Finanzierung des Schulausbaues zu einer 10-klassigen High-School zu übernehmen.
In den ersten Jahren musste die Schule um die staatliche Anerkennung kämpfen und in dieser Zeit übernahm der Arbeitskreis auch die Gehälter der Lehrer, wobei die Stadtgemeinde Hallein über mehrere Jahre mit einem Zuschuss von € 3.600 zur Seite stand. Übrigens waren dies die einzigen Gelder aus öffentlicher Hand, die der Arbeitskreis je erhalten hat.
Die Schule wird zu über 90% von Dalits, das sind Unberührbare, Kastenlose, besucht. Nahezu 100% sind Hindus, Mädchen und Buben halten sich in etwa die Waage. Die Schule ist auch deswegen so beliebt, weil ein ausgezeichneter Ausbildungsstandard gegeben ist. Während in den staatlichen Schulen die Erfolgsquote bei 30 – 40% liegt, war er in der Halleiner Schule in den letzten Jahren bei stolzen 100%. Eine tolle Leistung, nicht nur der Schüler, sondern auch der Lehrkräfte, die für die Abschlussprüfungen zusätzlichen Stützunterricht geben. Die Lehrer sorgen auch dafür, dass die Schule in einem sauberen Zustand bleibt, die Instandhaltung ist ausgezeichnet und so verschmutzte Wände, wie ich es in einer Salzburger Schule erlebte, gibt es nicht.
Jeden Morgen vor Unterrichtsbeginn, wird die indische Flagge gehisst. Es ist eine katholische Schule, die sich jedoch voll zu Indien bekennt. Man weiß auch, dass durch diese Schule keine „Missionierungen“ zu erwarten sind, doch man will mit dieser Schule „Salz der Erde“ und vor allem für die Dalits da sein, die sonst nur bedingt eine Ausbildung in einer staatlichen Schule haben könnten. Der Anspruch auf Bildung resultiert schließlich auch aus dem „Vater Unser“, denn die Bitte „unser täglich Brot gib uns heute“, schließt auch den Bildungsanspruch der Dalitskinder mit ein.
Es ist eine Freude, wenn man am Morgen vor der Schule steht und die Kinder, zum Großteil barfuss, die Schüler der unteren Klassen noch mit einer Schiefertafel unter dem Arm, die Mädchen eine weiße Blume im schwarzen Haar, zur Schule strömen. Man ist ja „Exote“, wenn man dort steht und Fotos machen will, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass einem all die Kinder die Hand drücken wollen. Einer der Buben bleibt stehen, geht zurück und kommt mit einer Sonnenblume zurück, die er mir in die Hand drückt. Ein wunderbares Geschenk, das für viele Mühsal und Arbeit entschädigt.
* in etwa Volksschule ** zwischen Hauptschule und Matura
Autor / Quelle: Dipl. Ing. Roman Anlanger
Beitrag online bis 27.6.2012 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (27.6.07 - 27.07.07 - ) / 1821 / 581
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