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 © Helmut Meisl

 Gedanken zum Sonntag
Diese Seite als Druckausgabe


Stell dir vor, da wird einer zusammengeschlagen, und niemand kümmert sich – bis so ein Typ mit Glatze und schweren Schuhen auf den Verletzten zugeht und ihm hilft!
Utopische Spinnerei? Verrückt? Provokant? – Mindestens so fremd, verrückt und provokant ist Jesu Geschichte von dem Überfallenen, dem keiner der Guten und Frommen hilft, wohl aber ein fremder, verhasster Samariter. Jesus provoziert: Er lockt uns, im Fremden das Gute zu sehen – und das in uns angelegte Gute tatsächlich zu tun.





15. Juli 2007 - 15. Sonntag im Jahreskreis

Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat.

Das mach ich mal!
Bibelwort: Lukas 10, 25-37

Ich kenne kaum einen Menschen, der nicht lieben und ein „ganzer“ Mensch sein möchte. „Mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit aller Kraft und allen Gedanken“ dem Leben und den Menschen liebend begegnen. Ich kenne kaum einen Menschen, der nicht gut und aufmerksam sein möchte. „Mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit aller Kraft und allen Gedanken“ dem Leben und den Menschen hilfsbereit begegnen.
Und doch fällt dieses Wollen manchmal so armselig aus. Und nicht nur das, so verzerrt und ins Gegenteil gekehrt: Lieblos, unachtsam und unbarmherzig. Das Evangelium macht uns mit der Geschichte vom Samariter diese Spannung von Lieben-wollen und Nicht-lieben-wollen oder -können sehr deutlich. Der Testfall des Liebens ist der Fremde, der Ungeliebte, der Verletzte und Unansehnliche. Besser gesagt: Das Fremde, das Ungeliebte, das Verletzte und Unansehnliche, und zwar in unserer näheren und ferneren Umgebung, aber auch in uns selber. Vielleicht ist deshalb der Satz so wichtig „Liebe deinen Nächsten so wie dich selbst.“ Ich werde in dieser Woche achtsam sein für das Fremde, Ungeliebte, Verletzte und Unansehnliche, und ich möchte daran das großzügigere Lieben lernen. Und ich bitte Gott um seine Gnade dazu.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Christine Rod MC

Beitrag online bis 12.8.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (12.7.07 - 19.07.07 - ) / 1829 / 212