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 © Helmut Meisl

 Evangelische Gemeinde
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Gebt ihr ihnen zu essen!

So lautet die Aufforderung an die Jünger und auch an uns. Doch wie soll das gehen angesichts des Hungers in der Welt? Die Jünger konnten es nicht und taten es doch. Weil in Liebe geteiltes Brot mehr wird, nicht weniger. Weil der Glaube Berge versetzen kann. Weil die Liebe den Hungernden sieht und weil Brot Gemeinschaft stiftet: Unser tägliches Brot gib uns heute …





22. Juli 2007 - 7. Sonntag nach Trinitatis

„Bei einer Revolution würde sie die Brötchen schmieren“, sagte ein Vater über seine Tochter.

Das mach ich mal!
Bibelwort: Lukas 9,10-17

„Bei einer Revolution würde sie die Brötchen schmieren“, sagte ein Vater über seine Tochter. Die es hörten, nickten zustimmend: Ja, diese Beschreibung passte genau. So war es eigentlich schon immer: Ob kirchliches Zeltlager, Einsatz vieler Leute für ein jährliches Musikfestival, Helfertreffen zur Vor- und Nachbereitung verschiedener Projekte: Sie kümmerte sich – wie alle ehrenamtlich – ums Essen. Weil sie das tat, zuverlässig und selbst durch Hinweise auf hundertköpfige Essensgäste nicht zu erschüttern, nahmen auch die anderen ihre jeweilige Aufgabe ernst, fühlten sich alle trotz körperlicher Belastung motiviert, entschlossen sich oft neue Leute zum Mittun.

Die Haltung der Jünger Jesu wäre dieser Frau unverständlich. Da machen sich Menschen auf den Weg, weil sie gehört haben, Jesus sei in der Nähe. Sie begegnen ihm tatsächlich, hören ihm zu, lassen sich heilen – und vergessen die Zeit. Irgendwann knurrt der Magen. Die Jünger denken nur an ihren eigenen, erwarten von Jesus die Leute wegzuschicken. Unmöglich, diese Einstellung! Jesus hat eine bessere Idee: Zusammentragen, was an Nahrung da ist – und er legt seinen Segen darauf. Dann reicht es für alle. Nahrung teilen: Bei einer Tafel oder Suppenküche austeilen helfen, mal für das Kinderfest oder den Seniorennachmittag Waffeln backen oder … – wäre das nichts für mich? Sicher: Kein Brötchenschmieren bei einer Revolution, dafür nahe dran an Jesu Vorbild.





Autor / Quelle: Bergmoser + Höller Verlag Aachen - Gundula Kühneweg

Beitrag online bis 2.8.2007 (danach über Archiv weiterhin abrufbar)
P 5 (20.7.07 - 26.07.07 - ) / 1839 / 190